Länder wappnen sich gegen Hooligans

Lindau - Die Bodensee-Anrainerländer wollen die Anreise von Hooligans zu den Spielorten der EURO mit polizeilichen Maßnahmen verhindern. Jugendkriminalität | Marent zur EURO  | Grenzen

Als Mittel könnten unter anderem Meldeauflagen und “Gefährderansprachen” dienen, sagte am Montag Vorarlbergs Sicherheitsdirektor Elmar Marent am Rande des 8. Bodensee-Sicherheitsgesprächs in Lindau. Bei Bedarf werden auch wieder Grenzkontrollen nach Deutschland eingeführt werden.

Die Gewalt in und um die Stadien war zentrales Thema der Sicherheitsgespräche, an denen neben Marent hochrangige Vertreter Bayerns und Baden-Württembergs sowie der Kantone St. Gallen, Thurgau und Schaffhausen teilnahmen. Zu den geplanten Maßnahmen – insbesondere zu den “Gefährderansprachen” – sagte Marent: “Amtsbekannte Personen können von der Behörde vorgeladen und auf die Situation hingewiesen werden”.

Weiters habe man mit der Schweiz und Liechtenstein eine Infozentrale Vaduz – St. Gallen – Bregenz aufgebaut. “Wir haben damit ein Frühwarnsystem über etwaige Hooligans eingerichtet. Die Informationen werden ausgetauscht, ein mögliches Eingreifen obliegt dann den Sicherheitskräften in den Regionen”, sagte Marent.

Zu den generell in Vorarlberg getroffenen Sicherheitsvorkehrungen für die EURO 2008 erklärte Marent, dass für das Public Viewing auf der Bregenzer Seebühne neben österreichischen Polizisten auch Einsatzkräfte aus Bayern und Baden-Württemberg zur Verfügung stehen werden. “Es werden täglich bis zu 10.000 Personen in der Bregenzer Fan-Meile erwartet. Wir haben umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen geplant”, versicherte Marent.

Zudem werde man während der Europameisterschaft die Grenzkontrollen zur Schweiz und zu Liechtenstein verstärken. Es sei davon auszugehen, dass bei Risikospielen – die es noch festzulegen gelte – auch die Grenzkontrollen zu Deutschland wieder eingeführt werden, so Vorarlbergs Sicherheitsdirektor.

Jürgen W. Heike, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, betonte als Gastgeber, dass es eine Selbstverständlichkeit für Bayern und Baden-Württemberg war, den Unterstützungsersuchen Österreichs und der Schweiz umfassend Folge zu leisten. “Es ist das Ziel aller Sicherheits- und Polizeibehörden Österreichs, Deutschlands und der Schweiz, gemeinsam eine sichere und friedliche EURO 2008 zu gewährleisten”, sagte Heike.

Elmar Marent im Interview

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