LIVE-Blog zur Ukraine am Dienstag: Offensive in Ost-Ukraine gestartet

LIVe-Blog zum Ukraine-Krieg am Dienstag: Großoffensive in Ostukraine.
LIVe-Blog zum Ukraine-Krieg am Dienstag: Großoffensive in Ostukraine. ©AP Photo/Alexei Alexandrov (Bild vom 18. April aus Mariupol)
Am Montagabend starteten russische Truppen laut des ukrainischen Generalstabs mit dem Großangriff auf den Osten der Ukraine. Wir berichten am Dienstag via Live-Blog von den Geschehnissen.
Russland startete Großoffensive

Das US-Verteidigungsministerium sieht die jüngsten russischen Angriffe im Osten der Ukraine nur als Vorzeichen einer größeren Offensive Russlands. "Wir gehen davon aus, dass diese Angriffe das Vorspiel zu größeren Offensivaktionen sind, die die Russen planen", so ein hochrangiger Beamter des Pentagons am Dienstag in Washington. Er betonte, man widerspreche damit nicht den Darstellungen, dass der erwartete Großangriff der russischen Truppen im Osten des Landes begonnen habe.

Pentagon: Russische Großoffensive im Osten steht noch aus

Es gehe nur darum, zu unterstreichen, dass die aktuellen Angriffe erst der Auftakt seien. Auch wenn es südwestlich von Donezk und südlich von Isjum bereits verstärkte Kämpfe am Boden gebe, sei Russland noch dabei, seine logistischen Kapazitäten auszubauen und auch Einheiten von außerhalb der Ukraine ins Land zu holen. In den vergangenen 24 Stunden habe Russland zwei weitere taktischen Bataillone in die Ukraine gebracht - damit seien inzwischen 78 dieser Einheiten im Land. Er nannte keine genaue Zahl mit Blick auf die einzelnen Einheiten, aber solche Bataillone bestehen typischerweise aus etwa 600 bis 1.000 Soldaten.

Kampfkraft russischer Truppen bei 75 Prozent

Der Beamte sagte weiter, nach US-Einschätzung liege die Kampfkraft des russischen Militärs - mit Blick auf Truppen und Ausrüstung - inzwischen bei etwa 75 Prozent dessen, was Moskau zu Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine zur Verfügung hatte.

Ukrainische Medien berichteten am Dienstag in der Früh über eine Reihe von zum Teil heftigen Explosionen entlang der Frontlinie in der Region Donezk und über Beschuss in Marinka, Slawjansk und Kramatorsk.

Ukainische Medien berichten über heftige Explosionen im Osten

Auch in Charkiw im Nordosten der Ukraine, in Mykolaiw im Süden und in Saporischschja im Südosten hat es demnach Explosionen gegeben. In vielen Städten und Orten heulten Luftschutzsirenen. Der Gouverneur von Charkiw, Oleh Synjehubow, berichtete am Montagabend von drei Toten und 15 Verletzten durch Granatenbeschuss in der ostukrainischen Großstadt. Der Gouverneur der russischen Provinz Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, berichtete indes von einem ukrainischen Angriff auf ein Dorf in der Nähe der Grenze.

"Russische Kräfte haben mit der Schlacht von Donbass begonnen"

"Wir können jetzt sagen, dass die russischen Kräfte mit der Schlacht von Donbass begonnen haben, auf die sie sich lange vorbereitet haben", sagte Selenskyj. "Ein sehr großer Teil der ganzen russischen Armee wird nun für diese Offensive verwendet." Von Isjum im Gebiet Charkiw aus werden demnach Vorstöße in Richtung Barwinkowe und Slowjansk im Donezker Gebiet erwartet. "Ganz gleich, wie viele russische Truppen dorthin getrieben werden: Wir werden kämpfen", versicherte der Präsident. Man werde sich verteidigen und nichts aufgeben. Kein Raketenangriff habe die Situation für Russland grundlegend verbessert, meinte Selenskyj. "Und wenn wir sie alle zusammen bewerten, kommen wir zu dem Schluss, dass sie strategischer Unsinn sind."

"Es ist die Hölle": Großoffensive Russlands in der Ostukraine

"Die zweite Phase des Krieges hat begonnen", schrieb der ukrainische Stabschef Andriy Yermak auf Telegram. Auch der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, sprach von russischen Angriffen. "Es ist die Hölle. Die Offensive, von der wir seit Wochen sprechen, hat begonnen", erklärte er am Montagabend im Online-Dienst Facebook. Es gebe Kämpfe in Rubischne und Popasna und "unaufhörlich Kämpfe in anderen friedlichen Städten", fügte der Gouverneur hinzu.

"Gerade ist die Kontrolle über die Stadt Kreminna verloren gegangen. Es finden Straßenkämpfe statt", erklärte Hajdaj. Es sei keine Evakuierung der Kleinstadt mehr möglich. "Jede Stunde verschlechtert sich die Situation." In Kreminna sollen von 18.000 Einwohnern vor dem Krieg noch etwa 4.000 ausharren. Schwere Kämpfe gebe es auch um die Städte Rubischne und Popasna.

Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, warnte indes vor weiteren russischen Angriffen auf die Hauptstadt. Kiew war und bleibt ein Ziel des Aggressors", teilte Klitschko am Montagabend per Telegram mit. Er rate den geflohenen Einwohnern der Metropole dringend, lieber an einem sichereren Ort zu bleiben. "Aufgrund der militärischen Daten und der jüngsten Entwicklungen können wir nicht ausschließen, dass Kiew weiterhin von Raketenangriffen bedroht ist", meinte Klitschko. Auf einige Bezirke seien zuletzt Raketen abgefeuert worden. "Daher können wir die Sicherheit in der Stadt nicht garantieren."

(APA/Red)

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