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Das hat Oliver Kahn mit dem FC Bayern vor

Uli Hoeneß ist weg, Oliver Kahn kommt
Uli Hoeneß ist weg, Oliver Kahn kommt ©APA-AFP-DPA - MATTHIAS BALK
So will der das neue Vorstandsmitglied Oliver Kahn den FC Bayern München fit für die Zukunft machen.

Oliver Kahn präsentiert sich bei seiner offiziellen Vorstellung als designierter Vorstandsvorsitzender von Bayern München entspannt und zugleich staatsmännisch. Seine Botschaft: Er will das Erbe von Uli Hoeneß fortführen und entwickeln.

Zum Schluss sorgte Oliver Kahn noch für Lacher im Saal. Nein, versicherte der designierte Vorstandsvorsitzende von Bayern München, nein, er werde in seiner künftigen Rolle nicht mehr so aus der Haut fahren wie einst als Spieler, das mit dem "Vulkan" Kahn, das war einmal. "Ich werde nicht durch den Meeting-Raum grätschen", sagte er mit einem Lächeln, "das hat mir geholfen auf dem Platz, aber das ist elfeinhalb Jahre her." Jetzt, da er eher unternehmerisch tätig sein werde für den deutschen Fußball-Rekordmeister, da sei "Emotion nicht so gut".

Kahn führt das Erbe von Uli Hoeneß fort

Das eher Kühle, das Analytische zeichnet Karl-Heinz Rummenigge aus, den Kahn (50) am 1. Januar 2022 nach seiner zweijährigen Lehr- und Einarbeitungszeit ablösen soll. Doch bei seiner offiziellen Vorstellung am Dienstag wurde auch deutlich: Kahn wird den sportlich und finanziell erfolgreichsten deutschen Fußball-Verein ganz im Sinne von Uli Hoeneß fortführen. Seine Aufgaben werde er mit "viel Herzblut" angehen, betonte er; er werde dafür sorgen, dass die "Spieler sich bei uns wohl fühlen"; und, ganz wichtig: Der Verein soll den Fans weiter eine "echte Heimat" sein.

Das alles hätte Hoeneß, bis zum vergangenen November Präsident, jetzt noch Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden Herbert Hainer, nicht anders gesagt. Kahn, bekräftigte der neben ihm sitzende Hainer, sei nicht zuletzt deshalb ausgesucht worden, weil er nach 14 Jahren als Spieler für den FC Bayern dessen DNA in sich trage. Entsprechend formulierte das neue Vorstandsmitglied die Ziele für den Verein: "Es ist klar, dass es beim FC Bayern nur darum gehen kann, dass wir überall, wo wir dabei sind, spitze sein wollen, dass wir die Nummer eins sein wollen."

Das Grundgesetz des FC Bayern wird also nicht umgeschrieben werden unter Kahn, dennoch soll nicht alles beim Alten bleiben. Er habe nach einigem Überlegen zu Beginn dann ja doch sehr schnell gemerkt, dass es "ziemlich reizvoll" sei, die "Erfolgsgeschichte" dieses Vereins "fortzuschreiben", berichtete Kahn. Wobei dieses Fortschreiben für ihn auch bedeute: "Vielleicht eine Schippe drauflegen", dies "entspricht meinem Charakter". Und außerdem: "Nur, was sich weiterentwickelt, was sich verändert, bleibt lebendig." Kahn hätte auch sagen können: weiter, immer weiter.

Bayern im Nachwuchsbereich an die "absolute Spitze" führen

Ins Detail wollte Kahn bei seinem lässigen, aber zugleich staatsmännischen Auftritt wie erwartet nicht gehen. Das Wichtigste sei nun, betonte er, "dass ich mir erst mal einen Einblick verschaffe, um sinnvolle Aussagen darüber machen zu können, was man verändern kann." Was er will: Auch den Nachwuchsbereich in die "absolute Spitze" führen; eine "Spielphilosophie, die absolut bayern-like ist" durchsetzen - mit einem passenden Trainer. Und alles mit dem Ziel, den Anhängern ein "exzellentes Erlebnis" in Form von "Weltklassefußball" zu bieten.

Kahn ist ausgewählt worden, weil er neben der DNA des Klubs und der Erfahrung als Spieler auch das unternehmerische Wissen mitbringt, um einen Verein mit gut 750 Millionen Euro Umsatz zu führen. Dennoch: "Der sportliche Bereich ist der Kern", betonte Kahn sogleich, und dabei gehe es "auch immer um menschliche Punkte." Das heißt für ihn auch: Er will, wie bisher Hoeneß, ein "Kümmerer" für die Spieler sein. "Das hat den FC Bayern in der Vergangenheit von allen anderen europäischen Vereinen unterschieden. Das ist ein Aspekt, der noch wichtiger sein wird als zuvor."

Kahn vergaß am seinem offiziell ersten Arbeitstag auch die Gegenwart nicht. In der ist der FC Bayern mit vier Punkten Rückstand auf RB Leipzig Dritter in der Tabelle. "Wir wollen es uns nicht erlauben in diesem Jahr, die Meisterschaft abzugeben", sagte er deshalb. Ja, die Serie von sieben Meisterschaften in Serie "ist unglaublich, das ist etwas für die Ewigkeit - achtmal allerdings auch."

Erwartungen an Kahn sind enorm

Die Erwartungen an den Ex-Nationaltorhüter, der sich nach seinem Karriereende 2008 als Unternehmer und ZDF-Fußballexperte einen Namen machen konnte, sind enorm. Auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern im November feierten die Mitglieder und Fans den 50 Jahre alten Kahn in der Olympiahalle frenetisch. "Da hast du viel Arbeit, um diesen Vorschusslorbeeren gerecht zu werden", rief ihm Hoeneß vom Rednerpult aus zu. Kahn war Hoeneß' letzte große Idee im Amt.

Der langjährige Vereinspatron, der noch dem Aufsichtsrat angehört, traut Kahn zu, den Branchenführer der Bundesliga mit mehr als 1000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 750 Millionen Euro in eine erfolgreiche Zukunft zu lenken. "Oliver kennt den Fußball, er kennt die Wirtschaft, und er trägt die DNA des FC Bayern in sich", schwärmte Hoeneß. Und Kahn bringe etwas Unverzichtbares mit: "Wir brauchen in der Führungsposition einen, der ehemaliger Fußballspieler war." Fachkenntnis und Stallgeruch schätzte Hoeneß schon immer.

"Oliver wird uns bereichern", sagt Rummenigge. Im zweiten Stock der Bayern-Zentrale an der Säbener Straße hat Kahn vor wenigen Tagen sein Büro bezogen. Einen Fünfjahresvertrag erhielt er als Vertrauensvorschuss. Was sind seine Pläne, seine Ziele, seine Visionen? Darauf wollen die vielen Medienvertreter in der Arena und die auf diversen TV-Kanälen zuschauenden Fans erste Antworten hören. "Große Aufgaben" liegen vor ihm, twitterte Kahn zum Jahreswechsel. Er sei froh, in die "Bayern-Familie" zurückzukehren: "Pack ma's!"

Eine große Karriere als Torhüter

Als extrem ehrgeiziger Torwart hatte Kahn den FC Bayern wie kaum ein zweiter Spieler perfekt verkörpert. Zwischen 1994 bis 2008 bestritt der gebürtige Badener im Bayern-Trikot 429 Bundesligaspiele. Er gewann zahlreiche Titel, als Höhepunkt 2001 die Champions League. In Hemd und Jackett will er nun zu weiteren Trophäen beitragen.

Spieler bekamen für Kahn-Präsentation trainingsfrei

Auch aus dem über 5000 Kilometer entfernten Doha wird nach München geblickt. Trainer Hansi Flick hat am Dienstag nur ein Training für die Profis um Kapitän Manuel Neuer angesetzt. Am Nachmittag ist frei. Wenn Kahn mittags (Ortszeit) in Deutschland spricht, dürfte er auch in dem Emirat etliche aufmerksame Zuhörer haben.

"Ich bin sehr gespannt, wie er auftritt, weil er sich, was den FC Bayern betrifft, sehr zurückgehalten hat", sagte Neuer. "Ich habe gegen ihn ja noch gespielt und ihn natürlich auch beobachtet, wie er sich in den ersten Jahren nach der Karriere verhalten und entwickelt hat", sagte der 33 Jahre alte Ex-Schalker über Kahn, der wie er heute ebenfalls Kapitän des FC Bayern und der Nationalmannschaft war. "Ich finde es sehr positiv, was er alles gemacht hat. Ich freue mich darauf, dass Oliver Kahn zu uns stößt und bin sehr gespannt."

Die meisten aktuellen Bayern-Profis kennen den "Titan" als Spieler nur aus dem Fernsehen. "Er ist ein Leader-Typ. Er war einer, der über Emotionen gekommen ist, der sehr erfolgreich gewesen ist in seiner Karriere", sagte Joshua Kimmich (25). "Natürlich ist das jetzt eine ganz andere Rolle, die er einnehmen wird. Ich weiß gar nicht so genau, was sich mit ihm verändert. Ich lasse das auf mich zukommen."

Persönlich in Kontakt treten können Neuer und Co. mit Kahn noch in Katar. Der künftige Bayern-Chef wird noch am Dienstag zum Team nach Doha fliegen. "Wir freuen uns alle, dass der Olli ins Trainingslager kommt. Er wird beim Training zuschauen, wir werden viele Gespräche führen", kündigte Sportdirektor Hasan Salihamidzic an.

(APA)

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