Litauen: "Große Koalition" zeichnet sich ab

Nach einem starken Abschneiden der konservativen Opposition bei der zweiten Runde der Parlamentswahlen zeichnet sich in Litauen eine „Große Koalition“ unter Ausschluss der linkspopulistischen Arbeitspartei ab.

Laut vorläufigem Endergebnis erzielten die Vaterlandsunion und ihr traditioneller Verbündeter, die Liberalen, 43 von 141 Sitzen im Seimas.

Premier Algirdas Brazauskas kündigte eine neu zusammengesetzte Koalition an, seine Regierung werde mit neuen Partnern an der Macht bleiben. Die als Favoritin in die Wahl gegangene Arbeitspartei des russischstämmigen Millionärs Viktor Uspaskich erhielt zwar als stärkste Einzelfraktion 39 Sitze, sie dürfte aber kaum Verbündete für eine Regierungsbildung finden.

Die regierende Mitte-links-Koalition aus Sozialdemokraten und Sozialliberalen landete mit 31 Mandaten auf Platz drei. Die Regierungskoalition habe noch in der Wahlnacht erste Gespräche mit den Konservativen über die Bildung eine Koalition aufgenommen, sagte Brazauskas in Vilnius. Ein Regierungsbündnis mit Uspaskichs linkspopulistischer Arbeitspartei lehnte er ab.

Der konservative Parteichef Andrius Kubilus erklärte seine Bereitschaft für ein Zusammengehen mit der bisherigen Mitte-links-Regierung. Nachdem die Arbeitspartei im ersten Wahlgang mit knapp 29 Prozent der Stimmen als stärkste Kraft hervorgegangen war, hatten sich die etablierten Parteien gegen Uspaskich zusammengeschlossen. Sie befürchteten, dass der aus Russland stammende Geschäftsmann Litauen von seinem prowestlichen Kurs abbringen könnte.

Litauen ist heuer der EU beigetreten. Es hat das stärkste Wirtschaftswachstum der drei baltischen Staaten und hofft, 2006 oder 2007 die Konvergenzkriterien für einen Beitritt zur Euro-Zone zu erfüllen.

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