Lissner bleibt Musikdirektor der Wiener Festwochen

Stephane Lissner, der Ende April zum Intendanten der Mailänder Scala ernannt worden ist, wird seinen Posten als Musikdirektor der Wiener Festwochen bewahren.

Er wolle seinen bis 2006 laufenden Vertrag erfüllen. „Ich bleibe bis Ende des Vertrags, weil dies auch für die Scala von Nutzen sein könnte“, sagte Lissner nach Angaben italienischer Medien am Samstag.

Lissner bestätigte Medienangaben, nach denen er den Posten des Festspielleiters in Aix-en-Provence verlassen werde, den er seit 1998
bekleidet. „Am kommenden Freitag werde ich dem Aufsichtsrat des Festivals meine Demission ankündigen. Ich muss mich total der Scala widmen“, betonte Lissner, dessen Vertrag in Aix-en-Provence bis 2009 läuft. „Der französische Kulturminister, Renaud Donnedieu de Vabres, hat mich mit Nachdruck aufgefordert, in Aix zu bleiben, doch die Scala fordert eine tägliche Anwesenheit, daher muss ich in Mailand sein“, betonte Lissner.

Der Scala-Intendant kritisierte indirekt den italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi, der behauptet hatte, das Personal des Opernhauses könnte halbiert werden. „Jemand behauptet, dass man an der Scala nicht genug arbeitet, das irritiert mich“, sagte Lissner. Gesetzmäßig könne die Scala 800 Personen beschäftigen, derzeit habe das Opernhaus nur 745 Mitarbeiter unter Vertrag. „In Frankreich sind in zwei Theatern, Bastille und Garnier, 1.584 Personen beschäftigt“, so der Scala-Intendant.

Er dementierte außerdem, dass die Scala in Schulden versinke. „Die Verluste betragen maximal 1,5 Millionen Euro“, versicherte Lissner. Er betonte, dass das Mailänder Opernhaus künftig mehr mit anderen italienischen und ausländischen Opernhäusern zusammenarbeiten wolle. Inzwischen ist Lissner mit dem Saisonstart am 7. Dezember beschäftigt. Daniel Harding wird die Eröffnungsproduktion „Idomeneo“ leiten.

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