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Lipizzaner sollen ein UNESCO-Weltkulturerbe werden

Die weißen Pferde sollen als immaterielles Kulturerbe geschützt werden.
Die weißen Pferde sollen als immaterielles Kulturerbe geschützt werden. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Die Lipizzaner sollen künftig bei der UNESCO als immaterielles Kulturerbe geschützt werden. Außenministerin Kneissl trifft sich dazu mit ihrem slowenischen Amtskollegen.

Das Treffen zwischen Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) und ihrem slowenischen Amtskollegen Miro Cerar am Dienstag im Stanglwirt in Going hat den erwarteten Lipizzaner-Schulterschluss gebracht: Die beiden Länder reichen die Zucht der edlen Tiere bei der UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe ein. Indes zeigte man sich auch optimistisch, die Frage der deutschsprachigen Volksgruppe zu lösen.

Österreich und Slowenien wollen Welterbe-Status für Lipizzaner

Die Einreichung der Lipizzanerzucht soll bis März 2020 erfolgen, hieß es nach der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung. Der nunmehrige Schritt verdeutliche die hervorragenden und vertrauensvollen Beziehungen zwischen Österreich und Slowenien, so Kneissl. “Das ist der Ausdruck des Geistes einer europäischen Zusammenarbeit”, erklärte die Außenministerin. Die Lipizzaner seien ein gemeinsames kulturelles Erbe, das Österreich und Slowenien miteinander verbinde. Cerar sprach von den Lipizzanern als ein Symbol unter anderem für “Schönheit und Tradition”.

Neben Österreich und Slowenien sind auch Bosnien-Herzegowina, Italien, Kroatien, die Slowakei und Ungarn an der multinationalen Einreichung beteiligt. Ziel sei die Absicherung und verstärkte Sichtbarkeit der Tradition der Lipizzanerzucht, hieß es. Man wolle die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zum Erhalt der Lipizzaner-Tradition verstärken – so wie sie im steirischen Piber und im slowenischen Lipica bereits gepflegt werde. Für Österreich stehe in diesem Zusammenhang vor allem die “Hohe Schule der Reitkunst” im Vordergrund, für Slowenien gehe es insbesondere um die spezielle Bedeutung der Karst-Landschaft für die Entwicklung der Lipizzanerzucht.

Rund um die Lipizzaner hatte es einen jahrzehntelangen Streit zwischen den beiden Staaten gegeben – vor allem über die Führung des Zuchtbuchs. Am Höhepunkt des Streits wollte sich Slowenien die Ursprungsbezeichnung “Lipizzaner” bei der Welthandelsorganisation schützen lassen.

Kneissl “dankbar für Offenheit und frischen Geist”

In Slowenien befindet sich mit dem Gestüt Lipica die Wiege der berühmten weißen Pferde, die ihren Weltruhm freilich dem Einsatz als Pferde am Hof der Habsburger verdanken. Das bekannte Hotel Stanglwirt in Going wurde als Schauplatz des Treffens der Minister gewählt, weil die österreichischen Lipizzaner dort ihre Sommerweide haben.

Aber auch abseits der Tiere verlief die Zusammenkunft von Kneissl und Cerar betont harmonisch. So wurde etwa auch in der Streitfrage der Anerkennung der deutschsprachigen Volksgruppe als Minderheit in Slowenien der Wille zu einer Lösung bekundet. Wir wollen den Dialog verstärken. Ich werde mein Bestes tun und schauen, wo wir hilfreich sein können”, sagte Cerar. Man sei dabei, bestimmte Sachverhalte festzustellen, die unter Experten noch unklar seien. Kneissl wiederum sprach von einem “frischen, gemeinsamen Zugang”, den sich die beiden Länder inzwischen geschaffen hätten. Sie sei “dankbar für die Offenheit und den frischen Geist” auf slowenischer Seite. Man sei dabei, “neue Türen zu öffnen”.

Die Kontrolle der Schengen-Binnengrenzen zu Slowenien durch Österreich, die in Ljubljana mehrfach für Kritik gesorgt hatte, sprach Sloweniens Außenminister nur kurz und zurückhaltend an. Er würde es gerne sehen, wenn die Kontrollen “eines Tages” der Vergangenheit angehören und freue sich schon auf den Tag, an dem es keine Binnenkontrollen im Schengen-Raum mehr gebe. Gleichzeitig zeigte er aber auch “volles Verständnis” angesichts der von Österreich angeführten Gründe für die Kontrollen.

Indes gab es für die Spitzenrepräsentanten beider Länder noch etwas Erfreuliches zu verkünden: Die bereits angekündigte Zusammenarbeit bei Entminungen in Nordostsyrien wurde besiegelt. Man arbeite dabei mit dem in Laibach angesiedelten International Trust Fund (ITF) zusammen, Österreich investiere 5,7 Millionen Euro, erklärte Kneissl. Die Gebiete in Nordostsyrien stünden nicht unter der Kontrolle des Assad-Regimes, sondern diverser kurdischer Verbände und der Anti-IS-Allianz. “Es geht dabei in erster Linie um Minenräumungen, aber auch präventive Arbeit in den Lagern und Opferbetreuung”, sagte die Außenministerin der APA. Auch die Intensivierung des gestarteten Nachbarschaftsdialogs in Energie-, Umwelt- und Wirtschaftsfragen wurde angekündigt.

(APA/Red)

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