Linzer Medizin-Fakultät beschlossen

Die am Mittwoch im Bundesrat beschlossene Medizin-Fakultät an der Uni Linz ist für den oberösterreichischen Landeshauptmann Pühringer ein Schritt zur Volluniversität in der Landeshauptstadt. "Wir können nur eine Volluniversität für unseren Standort anstreben", so Pühringer bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien. Diesem Ziel sei man ein gewaltiges Stück näher gerückt.


In Linz wird es künftig die einzige Universität mit einer Medizin-Fakultät geben. Die Medizin-Fakultäten der Unis Wien, Graz und Innsbruck wurden 2004 ausgliedert und zu eigenständigen Medizin-Unis ausgebaut.

“Wenn man etwas will und gemeinsam vertritt, kommt auch über Parteigrenzen hinweg etwas zustande”, meinte Pühringer. Außer den NEOS und dem Team Stronach hätten alle oberösterreichischen Abgeordneten im Nationalrat für die Einrichtung der Medizin-Fakultät gestimmt. Der Erfolg sei dabei nicht gerade absehbar gewesen: “Der Applaus war am Anfang überschaubar. Wenn unsere Konzepte nicht überzeugend gewesen wären, hätten wir im Wissenschaftsministerium keine Chance gehabt.”

Der Hauptfinanzier der Fakultät sei zwar der Bund, aber auch die oberösterreichischen Gemeinden und das Land würden 225 Mio. Euro beitragen, meinte Pühringer. Außerdem gebe es einen “Demutsakt” des Landes: In Sachen Spitalkompetenz habe man Entscheidungen abtreten müssen, damit eine Uni-Klinik auch funktionieren könne.

Wissenschaftsminister Mitterlehner strich die Erweiterung des Angebots an Medizin-Studienplätzen hervor. Dieses könne dabei helfen, den aufgrund des Weggangs zahlreicher Mediziner ins Ausland entstehenden Ärztebedarf abzudecken. Eine reine Ausweitung der Plätze sei aber nicht genug: Daher werde er mit Gesundheitsminister Stöger in wenigen Wochen ein Programm vorstellen, das Anreize für Ärzte im niedergelassenen Bereich bietet.

Vorbildhaft in Linz sei die Regelung des klinischen Mehraufwands, die an den anderen Standorten aufgrund historischer Gegebenheiten nicht ganz nachvollziehbar sei. “In Linz ist erstmals eine überschaubare Aufgliederung gelungen, was der Bund trägt und was nicht.”

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