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Lindh: Zwei Wochen U-Haft für Verdächtigen

Ein Stockholmer Haftrichter hat am Freitag zwei Wochen Untersuchungshaft gegen den neuen Hauptverdächtigen im Mordfall Anna Lindh angeordnet. Chronologie

Die Staatsanwaltschaft hält ihn für dringend verdächtig, am 10. September die schwedische Außenministerin in einem Stockholmer Kaufhaus erstochen zu haben.

Der Verdächtige ist laut Gerichtsunterlagen mehrfach vorbestraft. Nach offiziell nicht bestätigten Medienangaben verfügt die Polizei über „sichere technische Beweise“ gegen den 24-jährigen Mann. Der Verdacht gründet auf einer am Tatort gefundenen Baseballkappe, an der laut einer Zeitung Haare des mutmaßlichen Täters sowie der ermordeten Außenministerin entdeckt worden seien.

Nach Angaben seines Anwalts Peter Althin bestritt der Verdächtige im Verhör jede Beteiligung an dem Anschlag. „Er hat das Verbrechen nicht gestanden“, sagte Althin.

Einem Zeitungsbericht zufolge ist der Verdächtige jugoslawischer Herkunft. Er sei psychisch labil und leicht reizbar. Nach dem Messerattentat soll er in einem Krankenhaus um psychologische Hilfe gebeten haben, aus Platzmangel aber abgewiesen worden sein. Erst fünf Tage vor dem Mord soll er aus einem psychiatrischen Krankenhaus entlassen worden sein.

In seinem Umfeld soll er einen Mord angekündigt haben. Nach Polizeiangaben ist der Mann bereits vorbestraft. Schwedischen Presseberichten zufolge wurde er 1997 wegen eines Messerangriffs auf seinen Vater verurteilt.

Chronologie: Die Ermittlungen nach dem Attentat auf Anna Lindh

Solange der neue Hauptverdächtige im Mordfall Anna Lindh nicht formell angeklagt ist, will die schwedische Polizei keine Angaben über den Mann machen. Schließlich hatte sich schon ein erster Verdächtiger als unschuldig herausgestellt – ihn ließen die Behörden am Mittwoch frei und nahmen den neuen Verdächtigen fest. Im folgenden ein Überblick über die Entwicklung der Ermittlungen seit dem Anschlag auf die Außenministerin vor gut zwei Wochen:

10. September:
Anna Lindh wird in einem Kaufhaus in der Stockholmer Innenstadt niedergestochen und schwer verletzt. Der Täter entkommt.

11. September:
Nach einer mehrstündigen Operation stirbt die schwedische Außenministerin im Krankenhaus. Hunderte Polizisten fahnden landesweit nach dem Täter.

12. September:
Die Polizei verhört einen 32-jährigen Mann, setzt ihn aber gleich danach wieder auf freien Fuß – er ist demnach „nicht verdächtig“.

13. September:
Schwedische Boulevardzeitungen veröffentlichen Fotos eines Verdächtigen. Die Bilder zeigen einen Mann mit Baseballmütze in grauem Sweatshirt; die Aufnahmen stammen offenbar aus einem Überwachungsvideo des Stockholmer Kaufhauses. Die Polizei kritisiert die Veröffentlichung.

14. September:
Auf ihrer Internetseite und in den Medien veröffentlicht nun auch die Polizei Fotos des möglichen Attentäters. Es handelt sich um die Bilder der Überwachungskamera, die den Mann Minuten vor dem Mord an Lindh in dem Kaufhaus gefilmt hatte.

16. September:
Die Polizei nimmt einen Verdächtigen fest. Zeitungsberichten zufolge handelt es sich dabei um einen 35-Jährigen mit langem Vorstrafenregister.

19. September:
Ein Stockholmer Gericht ordnet Untersuchungshaft für den Mann an. Gegen ihn besteht nach Angaben der Polizei ein „hinreichender“ Tatverdacht. Im Rathaus von Stockholm verabschieden sich bei einer Trauerfeier für Lindh tausende Menschen von der beliebten Politikerin.

24. September:
Die Polizei nimmt einen neuen Verdächtigen fest und entlastet den bisherigen Hauptverdächtigen. Zeitungsberichten zufolge handelt es sich bei dem ersten Verdächtigen nicht um den gefilmten Mann von der Überwachungskamera. Der nun gefasste 24-Jährige bestreitet jede Beteiligung an dem Anschlag.

26. September:
Der zuständige Haftrichter ordnet zwei Wochen Untersuchungshaft für den jungen Mann an. Zeitungsberichten zufolge wurde der Verdächtige anhand einer Baseballmütze überführt, die in der Nähe des Kaufhauses in einem Papierkorb gefunden wurde. Auf der Kappe sollen Haare des mutmaßlichen Täters und der Außenministerin gefunden worden sein.

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