Life Ball: Sonderprüfung entkräftet Vorwürfe um angeblich fehlende Spendengelder

Gerry Keszler (rechts) wehrte sich gegen Vorwürfe der Intransparenz
Gerry Keszler (rechts) wehrte sich gegen Vorwürfe der Intransparenz ©APA (Archiv)
Der Verein "Aids Life", der den Life Ball organisiert, hat sich nach medialer Kritik an seiner Finanzgebarung in den letzten Monaten einer Sonderprüfung unterzogen und seine Gebarung offen gelegt. Fazit: Daumen hoch, alles in Ordnung.
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Unmittelbarer Anlass dazu waren Medienberichte, die dem 17. Life Ball vorausgegangen waren und die Finanzgebarung und Geldvergabe kritisierten. “Wir haben Aids Life und den Life Ball einer Sonderprüfung unterziehen lassen”, so Arno Brauneis, Rechtsanwalt und Interessensvertreter des Vereins Aids Life.

“Nach eingehender Prüfung konnten wir eine ordnungsgemäße Finanzgebarung feststellen. Vorwürfe über vermeintliche Differenzbeträge konnten entkräftet werden und eine lückenlose Zurückverfolgung sämtlicher Zuwendungen und Abgänge hergestellt werden”, sagte Wirtschaftsprüfer Andreas Röthlin (Hübner & Hübner Wirtschaftsprüfung GmbH). So gebe es etwa keine Differenzbeträge in der Bilanz von mehreren hunderttausend Euro, wie kolportiert wurde. Die Summe aller geleisteten Zuwendungen von 1993 bis 2008 beträgt 10.310.043,83 Euro. Ebenfalls gebe es, neben dem monatlichen Gehalt, keine weiteren Zuwendungen des Vereins Aids Life an den Vereinsobmann, Gery Keszler.

Spendengütesiegel beantragt
Der Verein hat bei der Prüfung das Spendengütesiegel beantragt, das am 2. September an Obmann Gery Keszler stellvertretend für den Verein Aids Life überreicht wird. “Es freut mich, dass wir uns ab sofort wieder dem Kerngeschäft von Aids Life und Life Ball widmen können”, sagte Keszler.

Spendenrekordsumme und Umwegrentabilität
Im Jahr 2009 konnte der Life Ball einen Rekordreinerlös von 1,47 Millionen Euro erzielen. Ein Teil der Summe wird an Projekte im Inland, der Rest an internationale Hilfsprojekte und Organisationen verteilt.

Gleichzeitig hat der Life Ball auch eine enorme wirtschaftliche Bedeutung: Wie Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank im Mai 2007 erklärte, ist der Life Ball gleichbedeutend mit dem Opernball. Demnach hat er eine Umwegrentabilität von ca. 17 Mio. Euro. Jeder Ballgast aus dem Ausland gibt im Durchschnitt 300 bis 500 Euro pro Tag aus.

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