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Life Ball Programm wurde wegen finanzieller Engpässe deutlich reduziert

Gery Keszler vergoss bei der Programmpräsentation viele Tränen.
Gery Keszler vergoss bei der Programmpräsentation viele Tränen. ©APA/HERBERT PFARRHOFER
Am Montag wurde das Programm für den letzten Wiener Life Ball präsentiert. Einziges Sideevent wird heuer die "Life+ Solidarity Gala" sein.
Life Ball findet zum letzten Mal statt
Die Gründe für das Life Ball-Aus
Bei der Pressekonferenz

Knapp drei Wochen vor dem letzten Life Ball hat es bereits jetzt zahlreiche Danksagungen an das Team rund um Gery Keszler und viele Emotionen gegeben. Bei der Pressekonferenz, bei der auch das Programm für das Event am 8. Juni bekannt gegeben wurde, stand eher Wehmut im Raum.

Danksagungen und Versprechen für “emotionalen letzten Life Ball”

“Es war uns wirklich eine Ehre und mir ein Lebensbedürfnis”, sagte Keszler teilweise unter Tränen. Besonders als die drei Vertreter von österreichischen Aids Hilfen auf das Podium kamen, um ihren Dank für die jahrelange Unterstützung auszusprechen, war Keszler sichtlich gerührt. “Nicht weinen, dass es vorbei ist, sondern lachen, dass es gewesen ist”, sagte Aids Hilfe Wien-Obmann Wolfgang Wilhelm. Und zu allen Kritikern meinte er: “Die sollen mal ein Zehntel von dem leisten, was der Life Ball geleistet hat.”

“Viele Probleme konnten wir nur mit Life Ball-Geldern lindern”, erklärte Wilhelm, der nun auf Spendengelder in der Höhe von 200.000 Euro verzichten muss. Denn HIV-Therapie könne man sich nur leisten, wenn man versichert ist. Und das sei bei vielen Menschen in Österreich nicht der Fall. “Wir brauchen für Menschen, die Versicherungslücken haben, Geld”, sagte Wilhelm. Wenn diese Menschen Therapien unterbrechen, würden sie wieder infektiös werden.

Schwerpunkt auf “U=U”-Kampagne

Denn HIV-positive Menschen, deren Viruslast dank Therapie unter der Nachweisgrenze liegt, übertragen das HI-Virus nicht mehr. Deshalb macht der Life Ball mit der “Know your Status”-Kampagne seit drei Jahren darauf aufmerksam, dass sich Menschen ihren HIV-Status testen lassen sollen.

Heuer wird der Schwerpunkt auf die “U=U”-Kampagne mit dem Testimonial, Pornodarsteller Francois Sagat, gesetzt. Unter der Abkürzung steckt “Undetectable=Untransmittable” – was soviel bedeutet, dass durch eine wirksame Therapie die HI-Virenproduktion unterdrückt wird. “Lasst Euch testen”, riet Sagat vor allem jungen Menschen. “Das ist eine Erkrankung, die man so ausrotten kann”, betonte auch Medizinerin Brigitte Schmied.

Trägerverein nahm zu Ball-Aus Stellung

Der Trägerverein “Life+” nahm sowohl im Vorfeld als auch auf der Pressekonferenz nochmals Stellung zum Aus des Charity-Events. “Alle hielten den Life Ball für ein unsinkbares Schiff”, sagten deren Mitglieder über die schwierige finanzielle Lage. “Das war keine Entscheidung, sondern eine Entwicklung. Eine Entwicklung, die im Jahr 2016, in dem der Life Ball pausiert hat, begonnen hat.” In der Pause sei zwar wichtige HIV-Jugendarbeit forciert worden, aber die Organisatoren waren dadurch “nicht wie erhofft gestärkt, sondern hat im Gegenteil Substanz gekostet”.

Außerdem hätten sich auch manche Sponsoren in der Zwischenzeit neue Betätigungsfelder gesucht. “Der Life Ball 2017 und 2018 waren in Folge beide ein Kraftakt”, so der Verein. Gleich danach im Sommer 2018 habe man sich zusammengesetzt und einen Businessplan erarbeitet, wie man das Event organisatorisch und strukturell neu aufstellen und für die Zukunft fit machen könne. “Uns war schon zu diesem Zeitpunkt klar, dass wir das aus eigener Kraft nicht schaffen können, wir hätten Unterstützung gebraucht”, so “Life +”. Man habe dies auch allen wesentlichen Interessensgruppen, allen voran der Stadt Wien als erster Ansprechpartner, “sehr früh kommuniziert. Doch wir wurden nicht gehört oder nicht verstanden.”

Die Subvention der Stadt blieb seit Jahren gleich, aber aufgrund der fortschreitenden Inflation wurde diese real immer weniger wert. “(…) Irgendwann geht sich’s nicht mehr aus”, erklärte “Life+”. Zu Beginn des Jahres hätte der Verein erneut um Unterstützung gebeten. “Und eine Haftungserklärung in Höhe von 300.000 Euro, die uns aktiv vonseiten der Stadt angeboten, aber dann doch nicht gegeben wurde, wäre eine Sicherheit gewesen, die wir gerne angenommen hätten.”

In diesem Zusammenhang nahm der “Life+”-Vorstand auch zu in Medien verbreiteten Zahlen zu der Subvention vonseiten der Stadt Wien Stellung. “Nach 26 Jahren der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Stadt Wien würden wir uns wünschen, dass sich auch die Verantwortlichen der Stadt zur Richtigstellung der Fakten äußern. Es ist keineswegs korrekt, dass ‘Life+’ jährlich eine Subvention von 900.000 Euro erhält, noch dass wir zusätzlich bis zu einer Million gefordert hätten oder eine Ausfallshaftung. Wir sind sehr dankbar für die Subvention, die wir seit 2008 in Höhe von 800.000 Euro, und heuer zusätzlich einen Betrag von 100.000 Euro zweckgewidmet für dringend nötige EDV-Aufwendungen, von der Stadt Wien erhalten, um die Basiskosten abzudecken.”

Zahlreiche Events rund um Life Ball abgesagt

Das Eröffnungsprogramm wurde bei der Pressekonferenz eher zur Nebensache. Keszler erklärte, dass aufgrund der prekären finanziellen Situation mit der Planung des Event erst recht spät begonnen werden konnte. Eine geplante Konferenz, das “Life+ Celebration Concert” sowie der “Life Ball Next Generation” wurden abgesagt.

Einziges Sideevent wird die “Life+ Solidarity Gala” sein, die laut Keszler stets viele Einnahmen brachte. Bei dem Event im Vorfeld des Life Balls wird Missoni eine Modenschau ausrichten und eine Auktion, wo etwa ein Catwalk-Besuch mit Angela Missoni versteigert wird, stattfinden.

Eröffnung am Rathausplatz führt “über den Regenbogen”

Die Eröffnung – im Zuge dessen wird der Rathausplatz bereits um 15.00 Uhr für Schaulustige geöffnet – wird “über den Regenbogen führen”. Moderiert wird das Event von Conchita Wurst – sie agiert als Zirkusdirektor – sowie Dianne Brill, der Muse von Künstler Andy Warhol. Dabei werden schrecklich aussende Zirkusfreaks über den Rathausplatz Richtung Bühne, das einem Zirkuszelt nachempfunden ist, einziehen. Dort werden sie auf den Zauberer von Oz treffen und ins Farbenspektrum des Regenbogens gebracht. Jungdesigner Christian Cowan wird die Modeschau am Rathausplatz gestalten.

(APA/Red)

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