Lichtstärke: Gute Bilder auch bei schlechtem Licht

Lichtstärke: Gute Bilder auch bei schlechtem Licht
Lichtstärke: Gute Bilder auch bei schlechtem Licht ©Canon
Je besser das Licht, desto besser das Foto: Während bei strahlendem Sonnenschein so gut wie jedes Bild gelingt, sind die Ergebnisse bei Schlechtwetter, in der Dämmerung oder in dunklen Räumen oftmals enttäuschend. Dennoch gibt es Möglichkeiten und Tricks, auch bei schlechten Lichtverhältnissen durchaus brauchbare Resultate zu erzielen.

Einen wesentlichen Faktor stellen natürlich die technischen Gegebenheiten der Kamera dar: Eine möglichst große Blendenöffnung bringt auch eine möglichst große Menge Licht auf den Sensor, das heißt, ein Objektiv mit einer maximalen Blende von 1:1,8 fängt wesentlich mehr Licht ein als eines, das erst bei 1:3,5 oder gar 1:4 beginnt.

Je kleiner die Blendenöffnung ist, desto länger muss die Belichtungszeit sein. Wenn man ein Stativ benutzt, ist das kein Problem, schießt man ein Foto jedoch aus der Hand, läuft man Gefahr, das Bild bei längeren Belichtungszeiten zu verwackeln. Eine Faustformel aus der Zeit der analogen Fotografie besagt, dass die maximale Belichtungszeit ohne Stativ eine Sekunde dividiert durch die Brennweite sein sollte, also bei einem 28 Millimeter-Weitwinkel noch eine Dreißigstel Sekunde erlaubt ist, während man bei einem 300 Millimeter Tele die Blende nicht länger als eine Dreihundertstel Sekunde offen halten sollte. Diese Regel lässt sich auch auf die Digitalfotografie übertragen, wobei die modernen Bildstabilisatoren dem Fotografen allerdings noch einen zusätzlichen Spielraum gewähren.

Bei schlechtem Licht sind auf jeden Fall die Chancen, dass eine Weitwinkelaufnahme gelingt, um ein Vielfaches höher als bei einer Teleaufnahme.

Einen wesentlichen Faktor macht auch die Lichtempfindlichkeit des Sensors aus, wobei zur Bestimmung nach wie vor die ISO-Werte aus der analogen Filmfotografie herangezogen werden. Allerdings sind die modernen Sensoren wesentlich empfindlicher als die klassischen Dia- und Negativfilme. Während ISO 400 schon als sehr empfindlich galt, und ein ISO 800-Film wegen seiner Grobkörnigkeit nur in Extremsituationen empfohlen wurde, sind ISO-Werte von 3200 und mehr in der Digitalfotografie durchaus die Norm.

Allerdings gilt nach wie vor: Je höher die eingestellte ISO-Zahl, desto grobkörniger (oder, wie man jetzt sagen würde, verrauschter oder pixeliger) wird die Aufnahme. Da sich bei einer Digitalkamera im Gegensatz zum Film die ISO-Empfindlichkeit von Bild zu Bild nach Belieben verändern lässt, empfiehlt es sich, vor allem bei Nachtaufnahmen ein wenig herumzuexperimentieren, in welcher Relation Verwackelungsgefahr und Bildrauschen zu einander stehen, um ein akzeptables Resultat zu erzielen.

Wenn möglich, ist es auf jeden Fall besser, ein Stativ zu benutzen und einen geringeren ISO-Wert zu wählen, da das Bild auf diese Weise schärfer wird, und auch die Kontraste deutlicher hervorkommen.

Wenn es gar nicht mehr anders geht und das Festhalten des Motivs wichtiger als eine gute Bildqualität ist, kann man bei der Belichtung bei manchen Kameras auch ein wenig schummeln, indem man das Bild bewusst um bis zu zwei Stufen unterbelichtet, wodurch man sich eine entsprechend kürzere Belichtungszeit verschafft. Auf dem Display sieht das Bild nun stockdüster aus, aber oftmals sind noch Reserven vorhanden, die man später auf dem PC mit einer entsprechenden Software herausholen kann. Beim „Aufhellen“ tauchen dann plötzlich wieder Details auf, die zuvor nicht mehr wahrzunehmen waren. Allerdings wirkt das Bild danach oft flau und kraftlos, sodass dieser Trick wirklich nur im Notfall angewendet werden sollte. Auf jeden Fall sollte die Bildqualität vor der Aufnahme auf die allerhöchste Stufe eingestellt werden, um die Gefahr zu minimieren, dass versteckte, unter Umständen noch hervorzauberbare Details durch die Bildkompression zunichte gemacht werden.

Übrigens: Auch wenn praktisch jede Kamera einen eingebauten Blitz enthält, nützt dieser wegen seiner geringen Reichweite nicht, um einen Raum, oder gar ein Bauwerk auszuleuchten. Allerdings erzielt man damit sehr schöne Effekte, wenn man bei Nacht Porträtaufnahmen vor einer Sehenswürdigkeit macht. Dabei sollten Blende und Verschlusszeit so gewählt werden, dass das nächtliche Hintergrundmotiv optimal belichtet wird, während der Blitz die Person im Vordergrund aufhellt. Die meisten Kameras verfügen serienmäßig über eine derartige Einstellmöglichkeit, wobei es ratsam ist, auch für solche Fotos ein Stativ zu benutzen, damit der Hintergrund möglichst wenig verwackelt wird.

(Text: Uwe Fischer)

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