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"Lichtschrift" erinnert an jüdisches Bethaus

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In der Schottenfeldgasse in Wien-Neubau wird am Donnerstag Abend eine ungewöhnliche Gedenktafel enthüllt. Sie erinnert an ein ehemaliges jüdisches Bethaus, das im Zug des Novemberpogroms 1938 verwüstet worden ist.

Die Tafel wird zehn Zentimeter vor dem Haus auf öffentlichen Grund errichtet. Die Inschrift wurde eingefräst, durch den Lichteinfall werden die Zeilen somit auf das Haus projiziert. Die Eigentümer des Gebäudes haben nämlich der Anbringung einer echten Tafel nicht zugestimmt, hieß es im Rathaus.

Haus 1940 “arisiert”

Das Haus selbst ist 1940 „arisiert“ worden. Laut dem stellvertretenden SP-Bezirksvorsteher Rainer Husty steht es noch immer im Besitz jener Familie, die damals den Bau übernommen hat. Ihm sei lediglich ein einziges Argument bekannt, das von den Eigentümern gekommen ist – nämlich dass Gedenktafeln meist beschmiert werden und darum eine Anbringung nicht erwünscht ist. „Aber eine wirkliche Verhandlungsbasis hat es mit den Besitzern nicht gegeben“, sagte Husty.

Nun erinnert die „lichterne Gedenktafel“ an das Bethaus sowie an die vertriebenen und ermordeten Neubauer Juden. Unter mehreren Vorschlägen wurde ein Entwurf ausgewählt, der ein Gedicht Erich Frieds trägt. Die Tafel selbst besteht aus einer gefrästen Stahlplatte.

Enthüllt im Rahmen einer Gedenkveranstaltung

Enthüllt wird die Tafel bei einer Gedenkveranstaltung um 18.00 Uhr, an der neben dem stellvertretenden Bezirksvorsteher Husty auch die Wiener Integrationsstadträtin Sonja Wehsely (S) teilnimmt. Die Platte mit der Inschrift wird dabei von einem Scheinwerfer angestrahlt. Aber auch bei Tageslicht sollen die Zeilen auf der Fassade erkennbar sein.

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