Letzter Liebesbrief bei minus 70 Grad

Die letzten Briefe des britischen Polarforschers Robert Falcon Scott (1868-1912) sind jetzt erstmals veröffentlicht worden. Kurz vor seinem Tod im Jahr 1912 schrieb Scott einen Abschiedsbrief:

„An meine Witwe“: „Liebe, es ist nicht einfach zu schreiben bei dieser Kälte – 70 Grad unter Null und kein Schutz außer unserem Zelt. (…) Das schlimmste an der Situation ist, dass ich Dich nicht wieder sehen werde.“

Berühmt wurde Scott, als er im Wettkampf gegen den Norweger Roald Amundsen als erster den Südpol erreichen wollte. Das Rennen verlor er, doch in Großbritannien wurde der tote Forscher als Nationalheld gefeiert. Die Schwiegertochter des Polarforschers hat seine letzten Briefe an die Ehefrau jetzt an das nach Scott benannte Polarforschungsinstitut in Cambridge übergeben, wie britische Zeitungen am Donnerstag berichteten. Dort werden sie ab dem 17. Jänner ausgestellt.

„Ich war kein guter Ehemann, aber ich hoffe, ich werde eine gute Erinnerung sein“, hatte Scott in einem der Briefe geschrieben. Das war ihm in der Öffentlichkeit zumindest bis 1979 beschieden. Dann erschien die sehr kritische Biografie des Autoren Roland Huntford, der Scott teils als „unfähig“ und „tyrannisch“ beschrieb. Der Engländer unterlag seinem Norwegischen Kollegen vor allem, weil er Schlittenhunde als „unbritisch“ ablehnte. Er setzte lieber Pferde ein, die jedoch die Belastungen nicht aushielten.

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