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Les Misérables - Trailer und Kritik zum Film

Eines kann man "Les Miserables" bestimmt nicht vorwerfen - dass es nicht die ganze Klaviatur an möglichen Reaktionen im Kino bedienen würde. Zwischen Tränen und unbeabsichtigtem Lachen, zwischen Langeweile und anerkennendem Staunen ist fast alles dabei, was ein Film beim unvoreingenommenen Zuseher so hervorrufen kann. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Nur zu bezaubern, das schafft das Filmmusical trotz Live-Gesangs und Starparade nicht. Zwei Tage vor der Oscar-Verleihung kommt das achtfach nominierte “Les Miz”, wie es in den USA genannt wird, am Freitag (22.2.) bei uns ins Kino.

Gleich zu Beginn ist man sich nicht ganz sicher, ob das Unternehmen von Regisseur Tom Hooper (“The King’s Speech”) eigentlich ernst gemeint ist. Da singt sich Russell Crowe als Justizvollzugsbeamter Javert mehr schlecht als recht einen (bösen) Wolf, während Hunderte Sträflinge – darunter der einstige Dieb Jean Valjean – rhythmisch ein riesiges Schiff in die Werft ziehen. Valjean wird von Hugh Jackman gespielt und gesungen, der zwar mit der Zeit in seine Rolle hineinwächst, dessen Pathos aber gerade am Anfang noch völlig fehl am Platz wirkt.

“Les Miserables” – Oscar-Kandidat mit viel Pathos, Stars und Gesang

Hat man sich einmal auf Hoopers Adaption des Victor-Hugo-Klassikers “Die Elenden” eingelassen, wird man dann aber teils durchaus angenehm überrascht. Das postrevolutionäre Drama um Liebe, Verrat und Vergebung im Frankreich des 19. Jahrhunderts trumpft mit gesanglicher Direktheit und einer ambivalenten Mischung aus zur Schau gestelltem Humanismus und herzzerreißender Armut auf. Wenn Anne Hathaway als schwerkranke junge Mutter ausgemergelt und bitterarm von ihren Träumen in die Kamera singt, bleibt kein Auge trocken.

Hathaway gilt für ihre Darbietung als haushohe Oscar-Favoritin im Rennen um die beste Nebendarstellerin, Jackman wird sich in seiner Kategorie dagegen wohl dem Lincoln-Darsteller Daniel Day-Lewis geschlagen geben müssen. Für den “besten Film” wird es wohl auch nicht reichen, nicht zuletzt weil Hollywoods Kritiker sich in ungewöhnlich deutlichen Worten von der “schwülstigen” und “künstlich-üppigen” Kinokost distanzierten. Die Kritik ist nachvollziehbar: Der Verzicht auf Playback macht noch lange nicht automatisch ein gutes Musical.

Eine Modernisierung des Stoffs hatte Hooper jedenfalls sicher nicht im Sinn, auch eine Kürzung kam offenbar nicht in Frage. So wechseln sich die Hochs und Tiefs in den 160 Minuten ab, ohne dass der Regisseur dem Genre sonderlich viel Neues abgewinnen kann – vor allem nicht, wenn im zweiten Teil des Films die kleine Cosette, derer sich der zum guten Menschen gewandelte Valjean nach dem Tod ihrer Mutter angenommen hat, zur jungen Frau (Amanda Seyfried) herangewachsen ist und dem jungen Revoluzzer Marius (Eddie Redmayne) den Kopf verdreht.

Redmayne alberte in einem Interview herum, dass es bei den Dreharbeiten nichts Lustigeres gegeben habe, als Wolverine (Jackman) und Gladiator (Crowe) bei Stimmübungen zuzusehen. Im Film selbst gibt es wenige lustige Szenen, vielmehr führt die Konzentration auf die Darsteller und die damit einhergehende Vernachlässigung des restlichen Bildes immer wieder zu unfreiwillig komischen Szenen. Zumindest Helena Bonham-Carter und Sacha Baron Cohen haben als windige Gasthausbetreiber aber dann doch manchmal gewollt die Lacher auf ihrer Seite.

(APA)

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