Leistung in der Schule oder Arbeit: 53 Prozent der Jugendlichen in Österreich greifen zum Energydrink

Um Leistungen in der Arbeit und in der Schule gerecht zu werden, greifen viele Jugendliche zum Energydrink.
Um Leistungen in der Arbeit und in der Schule gerecht zu werden, greifen viele Jugendliche zum Energydrink. ©pixabay.com (Themenbild)
Laut einer Studie greifen 53 Prozent der Jugendlichen in Österreich zum Energydrink, um ihre Leistungen in der Schule oder in der Arbeit zu steigern. 69 Prozent hatten bereits einmal Erfahrung mit "leistungsorientiertem Substanzkonsum".

Großteils um die Verbesserung ihrer Leistungen in Schule und Arbeit bemüht zeigt sich Österreichs Jugend in einer von Wiener Institut für Jugendkulturforschung durchgeführten Studie. Um mit dem Druck zurechtzukommen, haben demnach immerhin 69 Prozent Erfahrungen mit "leistungsorientiertem Substanzkonsum", heißt es am Donnerstag in einer Aussendung. Erstes Mittel der Wahl: Energydrinks.

Im Rahmen der Untersuchung mit dem Titel "Motivation to Succeed: die Jugendstudie" wurde eine repräsentative Stichprobe, zusammengesetzt aus 400 österreichischen 14- bis 18-Jährigen, befragt. Knapp zwei Drittel der Jugendlichen gaben an, ihre Leistung in Schule oder Ausbildung verbessern zu wollen.

Hälte der Jugendlichen arbeiten lieber im Team als alleine

In Wettbewerbssituationen fühlen sich eher Burschen und junge Männer zuhause: 52 Prozent stimmten der Aussage "Ich liebe den Wettbewerb und den Sieg" zu. Unter den Mädchen tun das lediglich 36 Prozent.

Zwar zeigte sich die Hälfte aller Befragten an "verantwortungsvollen Tätigkeiten" interessiert. An "wirklich sehr schwierigen Herausforderungen" messen sich hingegen nur 15 Prozent der Jugendlichen. Rund die Hälfte gab an, lieber im Team als alleine zu arbeiten.

53 Prozent der Jugendlichen greifen zum Energydrink

Um mit dem Druck in der Schule oder am Arbeits- oder Ausbildungsplatz umzugehen, haben der Studie zufolge bereits knapp mehr als zwei Drittel der Befragten auf Substanzen zurückgegriffen, von denen sie sich irgendwie Unterstützung versprachen. Als klare Nummer eins stellte sich "hochdosierter Energydrink-Konsum" heraus: 53 Prozent der Studienteilnehmer aus der "Generation Red Bull" gaben an, schon Erfahrungen damit gemacht zu haben.

Weit abgeschlagen finden sich der Einsatz von Cannabis gegen den Stress und die Einnahme von Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln. Je zehn Prozent gaben an, diese Strategien zumindest ein Mal verfolgt zu haben. Ähnlich die Zahlen bei homöopathischen Mitteln (neun Prozent) und Koffeintabletten (acht Prozent). Die Anteile jener, die bereits auf rezeptpflichtige Substanzen setzten, liegen zwischen zwei und sechs Prozent. Nur jeweils zwei oder einer unter hundert Befragten gab an, schon einmal harte Drogen wie Kokain, Amphetamine/Speed oder mikrodosiertes LSD als "Neuro-Enhancer" eingesetzt zu haben.

Jugendlichen empfänglich für "Bulimie-Lernen"

Sehr empfänglich zeigten sich die Jugendlichen gegenüber qualifizierter Rückmeldung zu ihrer Lernleistung. "Diese starke Feedbackorientierung der Jugendlichen ist eine große Chance. Hier müssen wir ansetzen und fragwürdigen Trends wie Bulimie-Lernen (kurzfristiges, zielgerichtetes Auswendiglernen und rasches Vergessen nach der Prüfung, Anm.) und leistungsorientiertem Substanzkonsum begegnen", so Studienautorin Beate Großegger vom Institut für Jugendkulturforschung.

(APA/Red)

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