Leider nein: 2019 kein Filmfestival Let's CEE in Wien

Das Wiener Let's CEE setzt 2019 aus.
Das Wiener Let's CEE setzt 2019 aus. ©Paulina & Thomas Photography
Das Filmfestival Let's CEE wird 2019 definitiv nicht stattfinden. Am Dienstag wurde bekanntgegeben, dass die finanzielle Förderung durch die Stadt Wien und das Bundeskanzleramt zu gering ausfällt.
Finazielle Mittel für Filmfestivals fehlen

Was sich bereits abgezeichnet hatte, ist nun offiziell: Das Wiener Filmfestival Let’s CEE wird es heuer nicht mehr geben. Die Förderzusagen von Stadt Wien und Bundeskanzleramt seien deutlich zu gering, so Direktorin Magdalena Zelasko in einer Pressekonferenz: “Wir werden hier von den beiden wichtigsten Kulturförderstellen Österreichs massiv benachteiligt.”

Förderungen für Wiener Let’s CEE zu gering

Man habe sich von der Stadt 85.000 Euro und vom Kanzleramt 65.000 Euro erhofft. Zugesagt worden seien aber lediglich 35.000 respektive bis zu 15.000 Euro. “Wir müssen nach sieben Jahren nun wohl oder übel zur Kenntnis zu nehmen, dass man ein Filmfestival mit unserem Schwerpunkt in Wien nicht haben will”, so Zelasko.

Das Let’s CEE hat sich in den bisherigen sechs Ausgaben dem Kinoschaffen aus Osteuropa gewidmet. Wenn man mit Zahlen, Daten und Fakten gegen die Ungerechtigkeiten oder Missstände der Stadt argumentiere, werde man als Neider hingestellt, beklagen die Let’s-CEE-Verantwortlichen. Dabei sei man im Vergleich mit anderen Festivals deutlich unterdotiert: “Dass wir von Diskriminierung sprechen, ist also keine Jammerei.”

Kritik an Stadt Wien und Filmfestivalverband

Diese Situation sei vom Filmfestivalverband FÖFF durch Intrigen und Diffamierungen zum Teil mitverschuldet worden, weshalb man im Dezember ausgetreten ist. Und auch die für Förderempfehlungen zuständigen Filmfestivalbeiräte seien teils mit befangenen Personen besetzt und träfen intransparente Entscheidungen.

Die Hoffnung auf eine Fortführung 2020 gebe man indes noch nicht auf. Man müsse abwarten, ob und wie die Politik sich finanziell positioniere. “Wenn gar nicht, wird es vermutlich auch weitergehen, aber fraglich ob in Wien”, so Co-Direktor Wolfgang Schwelle. Gedankenspiele seien etwa eine Fortführung im Internet.

Fortführung 2020 noch nicht ausgeschlossen

Der von den Let’s-CEE-Machern ebenfalls geäußerte Verdacht, dass die Minderbeachtung mit einer möglichen Übersiedelung des ebenfalls mit Ost-Fokus-arbeitenden Linzer Crossing Europe nach Wien zusammenhängen könnte, widerspricht man in der oberösterreichischen Landeshauptstadt auf APA-Nachfrage vehement. Vermutungen, das Crossing Europe könnte nach Wien übersiedeln, seien “völlig absurd”, meinte ein perplexe Festivalleiterin Christine Dollhofer: “Crossing Europe ist ein Linzer Festival, es ist in Linz verankert und wird auch hier bleiben.”#

Stadt Wien weist Vorwürfe von sich

Die Stadt Wien hat die vom Festival Let’s CEE erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. “Die nachvollziehbare Enttäuschung über das Nicht-Zustandebringen der Gesamtfinanzierung kann jedoch nicht bedeuten, dass die Stadt die finanziellen Ausfälle seitens Dritter kompensiert”, heißt es schriftlich aus dem Büro von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ).

Auch andere Festivals seien schließlich auf Mischfinanzierungen aufgebaut. “Mit circa 720.000 Euro jährlich für die Förderung von Filmfestivals liegt die Stadt im europaweiten Vergleich weit vorne”, heißt es weiter. Und da sei die Bandbreite der Festivals mit dem Flaggschiff Viennale und vielen mittleren und kleinen Festivals groß.

FÖFF bezeichnet Vorhaltungen als “absurd”

Nach der Stadt distanziert sich auch das Forum österreichischer Filmfestivals (FÖFF) am Dienstag von den Vorwürfen, die vom einstigen Verbandsmitglied Let’s CEE am Dienstag erhoben wurden. “Eine gezielte Benachteiligung des Festivals hat in keinster Weise jemals stattgefunden”, so FÖFF-Sprecherin Marie-Christine Hartig.

Es sei völlig “absurd”, dass die Situation des Festivals, das am Dienstag ein Aus für die heurige Ausgabe verkündete, durch Intrigen und Diffamierungen des Verbandes mitverschuldet worden sei. “Das ist ein Rundumschlag, der durchaus rufschädigend ist, auch den Fördergebern gegenüber. Wir finden dieses Verhalten eigentlich beschämend”, so Hartig in einer Aussendung.

(APA/Red)

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