Leichter Rückgang bei Frauenanteil in Regierungen

In der Bundesregierung liegt der Frauenanteil bei 46,7 Prozent.
In der Bundesregierung liegt der Frauenanteil bei 46,7 Prozent. ©APA/HERBERT PFARRHOFER
Im vergangenen Jahr gab es beim Anteil der Frauen in der Bundes- und den Landesregierungen jeweils einen leichten Rückgang.

Die Entwicklung des Frauenanteils in österreichischen Spitzenpolitik war im vergangenen Jahr durchwachsen: Der Anteil der Frauen in der Bundesregierung (46,7 Prozent) und in den Landesregierungen (39,7 Prozent) ist leicht gesunken, wie Werner Zögernitz vom Institut für Parlamentarismus und Demokratiefragen berechnete.

Im Nationalrat hingegen gibt es ein winziges Plus (auf 39,9 Prozent) und in den Landtagen ist der Anteil der Mandatarinnen auf 35,7 Prozent gestiegen.

Politikerinnen-Anteil in Regierungen etwas gesunken

Mit einem Frauenanteil von 46,7 Prozent liegt die Bundesregierung (ohne Staatssekretäre) zwar nach wie vor im Spitzenfeld der EU-Staaten, konkret an sechster Stelle. Weil im Jänner aber Arbeitsministerin Christine Aschbacher durch Martin Kocher (beide ÖVP) ersetzt wurde, wird der Vorjahreswert von 53,3 Prozent unterschritten.

In den Landesregierungen ist der Frauenanteil insgesamt leicht zurückgegangen, und zwar von 41,1 Prozent auf 39,7 Prozent. Von den 73 Mitgliedern der Landesregierungen (inklusive den fünf nicht amtsführenden Stadträten in Wien) sind 29 weiblich. Den höchsten Frauenanteil gibt es derzeit in der Steiermark und in Tirol mit je 50 Prozent. Landeshauptfrau gibt es nach wie vor nur eine unter neun Länderchefs, nämlich Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) in Niederösterreich.

Im Nationalrat sitzt eine Abgeordnete mehr, womit die Zahl auf 73 der 183 Abgeordneten gestiegen ist (von 39,3 Prozent auf nunmehr 39,9 Prozent). Im Bundesrat sind 26 von 61 Mitgliedern Frauen (42,6 Prozent). Von den 19 in Österreich gewählten Mandataren des Europäischen Parlaments sind nach wie vor acht weiblich, das ist ein Prozentsatz von 42,1 Prozent.

24,6 Prozent Frauenanteil in Gemeinderäten

Auf Ebene der Landtage sind 157 der 440 Abgeordneten weiblich, der Frauenanteil stieg gegenüber dem Vorjahr von 31,8 Prozent auf 35,7 Prozent. Prozentuell am meisten Frauen gibt es mit 44,4 Prozent in Vorarlberg, danach folgen Wien mit 43 Prozent, Oberösterreich mit 39,3 Prozent, die Steiermark mit 37,5 Prozent, Salzburg mit 36,1 Prozent, Tirol und das Burgenland mit je 30,6 Prozent, Niederösterreich mit 26,8 Prozent und Kärnten mit 22,2 Prozent.

Bei den Gemeinderäten hat sich der Frauenanteil von 22,9 Prozent auf 24,6 Prozent erhöht. Damit liegt Österreich aber nach wie vor deutlich unter dem EU-Durchschnitt - dieser beträgt bei den Gemeindevertretern in den EU-Staaten 34,1 Prozent.

Künftig höherer Frauenanteil in polizeilichen Führungsfunktionen

Seit 30 Jahren werden Frauen in den uniformierten Exekutivdienst aufgenommen. 20 Prozent der Polizisten sind mit Stand 1. Februar weiblich (6.576 Beamtinnen). 1995 lag der Frauenanteil noch bei 4,69 Prozent (1.254 Polizistinnen), hieß es aus dem Innenministerium. Derzeit gibt es nur eine Landespolizeidirektorin, Michaela Kohlweiß in Kärnten. Ressortchef Karl Nehammer (ÖVP) will den Frauenanteil in polizeilichen Führungsfunktionen erhöhen und kündigte eine Arbeitsgruppe an.

Am 1. Februar dieses Jahres waren von 3.694 Aspirantinnen und Aspiranten in Grundausbildung 1.165 weiblich, "das entspricht mehr als 31 Prozent Frauen in den Polizei-Grundausbildungslehrgängen", so das Innenministerium (BMI). Bei leitenden Beamtinnen und Beamten beträgt der Frauenanteil 6,65 Prozent oder 27 Polizistinnen, bei den dienstführenden Beamtinnen und Beamten 13,35 Prozent (das sind 992 Frauen) und bei den sogenannten eingeteilten Beamtinnen und Beamten (unterste Stufe im Rahmen des Wachkörpers, Anm.) 22,31 Prozent oder 4.215 Polizistinnen.

"Es müssen alle Maßnahmen in Zukunft getroffen werden, um die Zahl der Frauen in polizeilichen Führungsfunktionen in den nächsten Jahren kontinuierlich zu erhöhen", kündigte Nehammer an. "Ich werde daher eine Arbeitsgruppe einsetzen, die alle Möglichkeiten der Personal- und Laufbahnentwicklung auslotet, um dieses Ziel konsequent zu verfolgen." Bei einer "Ideallaufbahn" dauere die Ausbildung zum Leitenden Beamten (Polizeioffizier) vom Eintritt in den Exekutivdienst bis zur Sponsion zum Leutnant zehn Jahre. Es sollen nun Maßnahmen geprüft werden, diesen Laufbahnweg zu verändern. "Alle Überlegungen werden unter enger Einbindung der Personalvertretung gesetzt", wurde im BMI betont.

(APA/Red)

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