Leiche von gesuchtem Todesschützen in US-Nationalpark gefunden

Örtlichen Medienberichten zufolge handelte es sich bei dem mutmaßlichen Schützen um den 24-jährigen Ex-Soldaten Benjamin Colton Barnes (l.), der im Irak im Einsatz gewesen sein soll.
Örtlichen Medienberichten zufolge handelte es sich bei dem mutmaßlichen Schützen um den 24-jährigen Ex-Soldaten Benjamin Colton Barnes (l.), der im Irak im Einsatz gewesen sein soll. ©AP; Mount Rainier National Park;Pierce County Sheriff's Dept.
In einem Nationalpark im Nordwesten der USA hat die Polizei die Leiche eines Mannes gefunden, der am Neujahrstag eine Waldhüterin erschossen haben soll.
Suche nach dem Todesschützen

Der gesuchte Irakkriegs-Veteran lag am Montag tot in einem Fluss im Mount Rainier National Park, wie die Polizei im Bundesstaat Washington mitteilte. Er war nach dem Mord an der Rangerin bei Minusgraden in den verschneiten Wald geflohen.

Todesschütze der Witterung zum Opfer gefallen?

Wie die Polizei mitteilte, wurde die Leiche oberhalb des bei Touristen beliebten Narada-Wasserfalls in einem Fluss gefunden. Der Mann trug demnach nur ein T-Shirt, Jeans und einen Schuh und hatten keine äußeren Verletzungen. Weil es keine Anzeichen für Gewaltanwendung gebe, gehe die Polizei davon aus, dass er der Witterung zum Opfer gefallen sei, sagte Polizeisprecher Ed Troyer.

Rangerin mit Sturmgewehr erschossen

Der Mann soll am Neujahrstag die 34-jährige Rangerin Margaret Anderson mit einem Sturmgewehr erschossen haben, als sie versuchte, ihn durch eine Straßensperre zu stoppen. Weil der Schütze danach spurlos im Wald verschwunden war, starteten die Behörden in dem Nationalpark südlich von Seattle eine großangelegte Suchaktion. Etwa 200 Beamte durchsuchten das Gelände nach dem Verdächtigen, der als bewaffnet und gefährlich eingestuft wurde. Nur in der Nacht wurde die Suche wegen der Dunkelheit und der Eiseskälte gestoppt.

Obwohl der Mann militärisch ausgebildet war, verirrte er sich nach Polizeiangaben auf seiner Flucht offenbar in einen Teil des Nationalparks, aus dem es bei anbrechender Dunkelheit und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt keinen Ausweg mehr für ihn gab. “Er hat sich selbst in eine Lage gebracht, aus der er nicht mehr herauskommen konnte”, sagte Polizeisprecher Troyer.

Außer der Leiche fand die Polizei ein Auto, in dem Waffen, Schutzkleidung und eine Überlebensausrüstung lagen. Bevor der Tote entdeckt wurde, hatte eine Nationalpark-Sprecherin gesagt, dass der Verdächtige vermutlich in der Wildnis überleben könne. Auf einem Foto, das die Polizei veröffentlichte, ist ein junger Mann mit nacktem Oberkörper, Tätowierungen und zwei Gewehren zu sehen.

Örtlichen Medienberichten zufolge handelte es sich bei dem mutmaßlichen Schützen um den 24-jährigen Ex-Soldaten Benjamin Colton Barnes, der im Irak im Einsatz gewesen sein soll. Laut einem Bericht der “Seattle Times” litt er an einer posttraumatischen Belastungsstörung und war zudem mehrfach vorbestraft. Im Jänner 2011 soll er einen Selbstmordversuch unternommen haben.

Bevor er in den Nationalpark kam, soll der 24-Jährige im Ort Skyway nahe Seattle in eine Schießerei verwickelt gewesen sein. Augenzeugen berichteten der Polizei, der Mann sei am Silvesterabend aufgefordert worden, eine Party zu verlassen, sei dann zurückgekehrt, habe geschossen und vier Menschen verletzt.

Der rund 95.000 Hektar große Nationalpark um den Mount Rainier mit seinem 4.392 Meter hohen Gipfel ist beliebt bei Wanderern und Skifahrern. Wegen der Suchaktion sollte er am Dienstag vorerst weiter geschlossen bleiben.

(APA/AFP)

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