"Lehrlingshubs" sollen Lücken bei Lehrstellen füllen

"Lehrlingshubs" sollen junge Menschen in Regionen mit offenen Stellen locken.
"Lehrlingshubs" sollen junge Menschen in Regionen mit offenen Stellen locken. ©APA/ANDREAS PESSENLEHNER
Aktuelle Zahlen des AMS zeigten, dass die Lehrstellenlücke in Österreich immens ist. Die Industrie will die Misere nun mit sogenannten "Lehrlingshubs" abmildern.

Die Lehrstellenlücke ist immens. Innerhalb Österreichs gibt es ein starkes Ost-Westgefälle; ein "Mismatch der Regionen". Derzeit fehlen an die 3.000 Lehrstellen. Viel wurde schon überlegt, hier entgegenzuwirken.

Die Industrie will die Misere nun mit "Lehrlingshubs" abmildern. Zumindest gibt es erste Überlegungen in diese Richtung. Die Lehrlingsthematik steht schließlich auch mit dem hierzulande ebenso gegebenen Fachkräftemangel in direktem Zusammenhang.

Campus-Gefühl soll Lehrlinge in Regionen mit offenen Stellen locken

Die jungen Menschen sollen zur Mobilität ermuntert werden, auch woanders hinzuziehen. Dafür brauche es an Ort und Stelle attraktive und umfassende Angebote für die Lehrlinge, so Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV). "Es geht darum, ein Gesamtpaket zu schnüren." Insgesamt sollen die "Lehrlingshubs" ein Campus-Feeling vermitteln, wie man es bisher nur von Schulen und Hochschulen kennt. Alle hier wichtigen Partner sollen eingebunden werden.

Derzeit suchen etwa in Wien (13 Suchende pro offene Lehrstelle) viel mehr junge Menschen eine Stelle als es gibt. Neben der Bundeshauptstadt weisen auch das Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Tirol und Vorarlberg eine Lehrstellenlücke auf. Vor allem in Oberösterreich (mehr als zwei Stellen je Suchendem frei), aber auch in der Steiermark und Salzburg ist das umgekehrt.

"Lehrlingshubs" als vermittelnde Plattform angedacht

Unternehmen könnten sich, um ihre Lehrlingslücken zu füllen, zusammentun "und wir wären die Plattform", so Neumayer. Es gehe um moderne und leistbare Wohnmöglichkeiten mit Gemeinschaftsräumen und IT-Anbindung, Mobilitätsangebote zu den Ausbildungsbetrieben sowie Freizeitmöglichkeiten und in Ballungszentren abgestimmte Mentoringprogramme, Ergänzungen von Freizeitangeboten wo nötig und konkrete Ansprechstellen in den Regionalverwaltungen für bürokratische Anliegen vor Ort.

Das Mentoring solle zur persönlichen Lebenssituation passen und geschehen. Einerseits sollten dies ältere Lehrlinge oder Schüler aus der Region übernehmen. Weiters brauche es hier eine überbetriebliche und überregionale Ansprechperson, die gegebenenfalls auch an fachlich zuständige Stellen vermittelt, wenn es gröbere Probleme gibt.

Seitens der Unternehmen sei Bereitschaft vorhanden, hier mitzuziehen, so Neumayer. Einige gingen auf eigene Faust bereits so vor. Es gehe aber um ein größeres Ganzes, mit dem es gelingen könne, Lehrlinge aus Gebieten mit einem geringen Lehrstellenangebot in jene industriestarken Regionen zu locken, wo die Betriebe händeringend nach ausbildungswilligen jungen Menschen suchen.

Immense Lehrstellenlücke in Österreich

Dass die Lehrstellenlücke immens ist, zeigen wie berichtet die aktuellsten Zahlen des Arbeitsmarktservice (AMS) für den abgelaufenen Jänner. 7.411 Lehrstellensuchenden, um 15 Prozent mehr als im Vorjahr, standen nur 4.740 sofort verfügbare Lehrstellen zur Verfügung. Es fehlten also 2.671 Lehrstellenangebote. Auf jede offene Lehrstelle kamen österreichweit statistisch gesehen 1,6 Suchende.

Insgesamt gab es im Jänner 99.992 Lehrlinge in Unternehmen. In der überbetrieblichen Ausbildung gibt es 7.301 Lehrlinge, davon 3.738 (plus 20 Prozent) im ersten Lehrjahr.

(APA/Red)

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