Lehrer wollen wieder strafen dürfen

Die Christgewerkschafter an den Pflichtschulen wollen "klare gesetzliche Regelungen für sofortige Konsequenzen bzw. Sanktionen", wenn Schüler Grenzen überschreiten. "Wir haben ein Recht auf Respekt und pädagogische Interventionsmaßnahmen", betonte der Vorsitzende der Lehrerpersonalvertretung für Pflichtschulen in Oberösterreich, Walter Wernhart, bei am Freitag.
Was Lehrer derzeit dürfen
SPÖ und Grüne gegen "Rohrstaberl"

Außerdem verlangen die Pädagogen, die von einer “Istzustands-Katastrophe” sprechen, bessere Arbeitsbedingungen. Sowohl Lehrer als auch Schüler würden immer wieder Opfer von Aggressionen und verbalen Angriffen, so Wernhart. Derzeit hätten die Lehrer aber praktisch keine Handhabe dagegen.

Unter anderem sollen Schüler zu Sozialdiensten sowie dazu verpflichtet werden können, angerichteten Schaden in der Freizeit bzw. finanziell wiedergutzumachen. Außerdem sollen Schüler von gemeinsamen Aktivitäten ausgeschlossen und zum Nachholen nicht erbrachter Unterrichtsleistungen in der Freizeit bzw. zu Hause verpflichtet werden können. Ausbauen wollen die Christgewerkschafter die “Time-Out-Klassen”, in denen vor allem verhaltensauffällige Schüler statt des Unterrichts lernen sollen, mit Konflikten umzugehen. Weitere Forderungen: Verhaltensnoten in den Abschlussklassen und Konsequenzen für Eltern bei fehlender Kooperation.

SPÖ und Grüne sprachen sich gegen die Forderungen aus. “Statt rückwärtsgewandter Bestrafungsfantasien brauchen wir moderne pädagogische Konzepte, die das Miteinander aller Schulpartner in den Mittelpunkt stellen”, meinte SPÖ-Bildungssprecher Mayer. Der Grüne Bildungssprecher Walser konzedierte, dass die Arbeit der Lehrer schwieriger geworden sei. Statt des Rohrstaberls sieht Walser kleinere Gruppengrößen sowie die verschränkte Ganztagsschule mit einer auf den ganzen Tag verteilten Abfolge von Unterrichts- und Erholungsphasen als Lösung.

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