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Legendäres Café Museum wiedereröffnet

Designminimalismus von Adolf Loos wiederbelebt - komplette Inneneinrichtung des aus dem Jahr 1899 nach alten Schwarz-Weiß-Fotos rekonstruiert.
© APA
Nach zweieinhalbmonatigen Restaurierungsarbeiten erstrahlt das legendäre Wiener Cafe Museum erstmals seit 1931 wieder im minimalistischen Design von Adolf Loos. Die neue Betreibergesellschaft Vivat hat die komplette Inneneinrichtung des weltberühmten Architekten aus dem Jahr 1899 nach alten Schwarz-Weiß-Fotos rekonstruiert. Diese musste Anfang der dreißiger Jahre einem neuen Innenraumkonzept von Josef Zotti weichen, das nun seinerseits das Zeitliche segnete. Die offizielle Eröffnung findet am Donnerstag statt.

„Wir standen vor der Entscheidung, entweder ein klassisches Wiener Ringstraßencafe zu bauen, oder den Schritt zurück zu wagen, und das Cafe von Adolf Loos wieder herzustellen“, umschrieb einer der neuen Geschäftsführer, Herbert Frotzler, am heutigen Mittwoch in einem Pressegespräch die Situation vor dem Umbau. Man entschied sich für den Zeitsprung und arbeitete dabei eng mit einem Restaurator und dem Bundesdenkmalamt zusammen.

Tapetenfarbe analysiert und rekonstruiert

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Mit deren Unterstützung konnte die alte Tapetenfarbe analysiert und ihr Urzustand – hell- und dunkelgrüne Streifen – wieder hergestellt werden. Gerahmt werden die Wände von Mahagoniholz, die der Gast auf Thonet-Stühlen in dezentem Rot bewundern kann. „Ich bin selbst überrascht, wie das alles harmoniert“, freute sich Thomas Kainz, ebenfalls Geschäftsführer von Vivat.

Die Kosten von einer Million Euro sollen sich langfristig rentieren – zumal auch Zugeständnisse an die moderne Zeit gemacht wurden. Klos von Loos wird es nicht geben, da diese wohl doch nicht den hygienischen Anforderungen des 21. Jahrhunderts entsprächen. Auch sind die scheinbaren Gasleitungen zu den Lampen nur Fassade – beleuchtet wird selbstverständlich mit Strom.

Sitzkassa zum Tortentisch umfunktioniert

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Der 1899 installierte Billardraum wurde ebenfalls nicht wieder eingebaut: „Der würde zu viel Verkaufsfläche nehmen“, bekannte Kainz offen. Außerdem habe dieser ohnehin nur bis 1912 bestanden. Schach gespielt kann allerdings weiterhin werden.

Zu den größten Veränderungen für die Stammgäste dürfte die ersatzlose Streichung der halbrunden Sitzbänke Zottis zählen. Dafür gibt es wieder die altbekannte Sitzkassa in der Mitte des Raumes. Allerdings erwartet dort kein Kassier mehr die Gäste, sondern gekühlte Torten harren ihres Verzehrs.

Redaktion: Bernhard Degen

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