Lega-Nord-Chef Bossi beleidigt Römer: "Sie sind Schweine"

Der für seine provokative Äußerungen bekannte Chef der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega Nord, Umberto Bossi, beleidigt die Römer. Bei einer von der Lega organisierten Veranstaltung zur Wahl der "Miss Padanien" versprach Bossi, dass seine Partei neben dem Föderalismus in Italien auch die Dezentralisierung der Ministerien von Rom nach Norditalien vorantreiben werde.

“Die Ministerien können nicht alle in Rom sein, wo man oft die (lateinische) Abkürzung SPQR, “Senatus Populusque Romanus”, liest. SPQR wird hier in Norditalien frei übersetzt: ‘Das sind Schweine, diese Römer’ (Sono Porchi, Questi Romani)”, sagte Bossi, der mit dem Slogan “Los von Rom” seinen politischen Erfolg aufgebaut hat.

Der Lega-Chef sprach sich auch gegen Pläne aus, ein Formel 1-Rennen in Rom zu organisieren, das mit dem Grand Prix von Monza in Konkurrenz treten könnte. “Der Große Preis von Monza wird nicht nach Rom verlegt, dort rennt man noch mit der Biga (altrömischer Wagen mit zwei Pferden, Anm.)”, kommentierte Bossi, der immer wieder gegen das “diebische Rom” wettet.

Die Äußerungen des Lega-Vorsitzenden und Reformenministers im Kabinett Berlusconi sorgte für helle Empörung. Der römische Bürgermeister Gianni Alemanno protestierte vehement und meinte, Premierminister Silvio Berlusconi müsse Bossi zwingen, sich bei den Römern zu entschuldigen. Der Oppositionspolitiker Francesco Rutelli verlangte Bossis Rücktritt. “Er kann nicht das ganze Land vertreten”, so Rutelli.

Laut einem Projekt des Lega-Ministers Roberto Calderoli sollen mehrere Ministerien im Zuge der föderalistischen Reform dezentralisiert werden. Das Wirtschaftsministerium soll nach Mailand verlegt werden, während das Industrieministerium nach Turin, Heimat der Autogruppe Fiat, ziehen soll. Das Innenministerium soll nach Palermo gehen, während das Umweltministerium nach Neapel versetzt werden könnte.

Ihr Dezentralisierungsplan will die Lega in einem Gesetz verankern, das dem Parlament in den nächsten Wochen vorgelegt werden soll. Eine Unterschriftensammlung plant die Partei hinzu, um dem Projekt mehr Nachdruck zu verleihen.

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