Lebenslang für Fünffachmörder

Höchststrafe für Reinhard St. (39)
Höchststrafe für Reinhard St. (39) ©APA (Pfarrhofer)
Mit einem einstimmigen Schuldspruch und der Höchststrafe ist am Freitag im Wiener Straflandesgericht der Prozess gegen den Fünffachmörder von Wien, Ansfelden und Linz zu Ende gegangen. Die über Reinhard St. (39) verhängte lebenslange Haft erscheine "tat- und schuldangemesen", so Richter Wilhelm Mende. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, Verteidiger Ernst Schillhammer erbat Bedenkzeit.

Mit dem Strafausmaß war das Gericht gleichermaßen einer Aufforderung des Staatsanwalts und des Angeklagten selbst nachgekommen, der in seiner Einvernahme “lebenslange Haftunterbringung, wenn ich schon leben muss” verlangt hatte.

Der PR-Manager hatte mit Spekulationen an der Börse begonnen, als seine Frau schwanger wurde. Der Wunsch, seiner Familie damit ein finanziell besseres Leben zu ermöglichen, erwies sich als Bumerang: Am Ende hatte der Mann einen Schuldenberg von 350.000 Euro angehäuft, den er seinen Angehörigen verheimlichen wollte, weil diese die angeblich damit einhergehende Schmach nicht ertragen hätten.

Den Entschluss, in seiner prekären finanziellen Lage mit seiner Frau, seiner siebenjährigen Tochter, seinen Eltern und seinem Schwiegervater die fünf ihm am nächsten stehenden Menschen zu töten, kreidete ihm Staatsanwalt Michael Radasztics in seinem Schlussvortrag besonders dick an: “Ich halte ihn für einen Feigling, einen zutiefst feigen Menschen. Er hat lieber den Ausweg gewählt, seine Familie zu töten, als vor sie hinzutreten und die Karten auf den Tisch zu legen.” Der Angeklagte sei “nicht anderes als ein grenzenloser Egoist. Ein Egomane. Es geht immer nur um ihn”.

Vor die Wahl gestellt, ob sie mit dem verlustig gegangenen Geld und der angeblich damit verbundenen Schande leben oder lieber sterben hätten wollen, hätten sich selbstverständlich alle Opfer gegen den Tod entschieden, betonte der Staatsanwalt. “Sie haben nicht das Recht oder die Pflicht zu töten! Sie spielen da einen Gott, an den Sie eh nicht glauben! Sie maßen sich an, über das Leben anderer zu entscheiden. Das ist Hybris!”, wetterte Radasztics.

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