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Lavastrom des Ätna bedroht Talstation

Am sizilianischen Vulkan Ätna bedrohten die glühenden Massen am Montag weiter die Talstation mit der Schutzhütte Sapienza und der Seilbahn.

Die Lavafront war knapp 50 Meter von den touristischen Anlagen entfernt. Im Wettlauf gegen die Zeit verstärkten die Rettungsmannschaften die Schutzdämme gegen die Lavafluten.

„Die Situation ist kritisch, aber stabil“, sagte ein Sprecher der Rettungsmannschaft. Die Talstation, die bei einer ähnlichen Ätna-Eruption im Juli 2001 von der Lava ausgespart worden war, ist schon seit längerem geräumt. Experten befürchten, dass sie diesmal von den Lavafluten nicht zu retten sein werde. „La Sapienza“ auf rund 2.000 Metern Höhe ist mit Gaststätten, Unterkünften und einer Forschungseinrichtung ein beliebter Ausgangspunkt für Ätna-Exkursionen.

Der Erzbischof von Catania, Salvatore Gristina, besuchte die Rettungsmannschaften am Ätna. „Ich möchte die Personen segnen, die für die Gemeinschaft so Außerordentliches leisten“, sagte der Bischof. Der Ätna tobt seit vier Wochen.

Am Sonntag wurden mehrere Erdstöße registriert. Verspürt wurden die Erdbeben auch in Santa Venerina, einer Gemeinde, in der 500 Personen nach einem Erdstoß vor drei Wochen obdachlos geblieben sind. „Der Vulkan gibt uns keine Ruhe, niemand weiß, was aus uns wird“, so eine ältere Frau.

Die Behörden klagen inzwischen über die hohen Schäden der Erdbeben und des Aschenregens der vergangenen Tage. Vor allem die Orangenernte sei wegen der Asche voller ätzender Substanzen gefährdet. „Nach der Dürre und den Hagelstürmen des vergangenen Sommers ist die Ätna-Eruption eine neue Plage für die sizilianische Landwirtschaft“, sagt der Präsident des Bauernverbands von Catania, Sebastiano Paladino.

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