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Laurinho Walch bei der EM im Interview: "Football ist wie eine Sucht"

Die österreichischen Nationalspieler bekommen keine Gage.
Die österreichischen Nationalspieler bekommen keine Gage. ©sport-pictures.org/ Thomas Haumer
Nach wie vor ist American Football in Österreich ein Amateursport. Die Spieler bekommen keine Gage und sind zum Spagat zwischen Sport und beruf gezwungen, um sich ihr Leben finanzieren zu können. Trotzdem oder gerade deswegen sind sie mit voller Leidenschaft dabei. Die enormen Strapazen nehme man wegen der positiven Energie, die das Spiel generiert, gerne auf sich, erklärte AFBÖ-Teamspieler Laurinho Walch im Interview.
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Der Wide Receiver der Vienna Vikings, der bei Österreichs EM-Auftaktsieg gegen Dänemark am Samstag einen Touchdown erzielte, studiert Sprachwissenschaften und hat einen 20-Stunden-Job im Marketing des Namenssponsors der Football-EM (Brothersteller “Eat the Ball”; Anm.). “Am Vormittag bin ich meistens zwei, drei Stunden an der Uni, von da geht es direkt in die Arbeit und danach gleich weiter zum Training. Die komplette Ausrüstung muss ich schon in der Früh mitnehmen”, beschrieb der 21-Jährige einen durchschnittlichen Wochentag.

Training neben Studium und Job

Bei seinem Verein steht während der Saison im Schnitt dreimal pro Woche ein abendliches Training auf dem Programm. Wenn kein Team-Meeting angesetzt ist, schuftet Walch unmittelbar davor mit einem Individualtrainer. Zusätzlich sollten die Spieler zwei bis dreimal in der Woche die Kraftkammer besuchen. Hinzu kommen Besuche bei Ärzten, Physiotherapeuten etc., die auch nicht gerade mickrigen Wegzeiten und gelegentliche Sponsorentermine.

Dass so ein Programm gehörig schlaucht, liegt auf der Hand. Sein Studium leide am meisten darunter, doch auch die Freizeit ist spärlich bemessen, erklärte Walch. “Nach dem Training bin ich meistens gegen 22.30 Uhr zu Hause, da muss man dann natürlich kürzertreten.” Abschalten kann der Sohn eines US-Amerikaners am ehesten bei gemeinsamen Trips mit Freunden auf die Donauinsel oder in den Stadtpark.

Urlaub nehmen für die Football-EM

Wenn ein Turnier wie aktuell die EM ansteht, müssen sich die Berufstätigen drei Wochen oder mehr Urlaub nehmen. Studenten versäumen während der Zeit beim Nationalteam wichtige Prüfungen. “Man nimmt das aber alles auf sich. Football ist wie eine Sucht”, sagte Walch, der in der US-Liga NFL mit den Detroit Lions mitfiebert, dem Club aus der Heimatstadt seines Vaters. “Schlussendlich kommt aber bei jedem der Punkt, an dem du dich entscheiden musst, was du willst. Willst du rein aus der Liebe zum Spiel weitermachen, obwohl es dir finanziell nichts bringt?”

Spieler erhalten keine Gage

Statt einer Gage aufs Konto erhalten die Spieler regelmäßig die Aufforderung, ihren Mitgliedsbeitrag zu entrichten, auch die Kosten für die Ausrüstung müssen überwiegend selbst getragen werden. Nicht zu vergessen sind mit der Zeit wachsende private Verpflichtungen. “Irgendwann wird das alles zu viel”, meinte Walch. So entschließen sich jedes Jahr nicht wenige Mitzwanziger zum Karriereende, weil sich die Prioritäten verschoben haben.

Football-Spieler träumen vom Ruhm

Durch seinen Arbeitgeber, der unter anderem David Alaba als Testimonial unter Vertrag hat, weiß Walch, wie das Leben von Sportstars aussehen kann, die mehrere Millionen im Jahr verdienen. Auch privat ist er mit dem Fußballer befreundet. Und obwohl der mittlerweile kaum einen Moment vor Autogrammjägern und Kameras sicher ist, würde er nur zu gerne in dessen Schuhen stecken. Walch: “Jeder Amateur träumt davon, Profisportler sein zu können. Wenn ich als Footballer so bekannt wäre, würde ich das gerne in Kauf nehmen.” (APA)

Alle Infos rund um die Football-EM finden Sie in unserem Special.

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