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Lauda-Abschied: Prominente Gäste verabschieden sich von Formel-1-Weltmeister

Zahlreiche Prominente waren beim Requiem von Niki Lauda dabei.
Zahlreiche Prominente waren beim Requiem von Niki Lauda dabei. ©APA/Georg Hochmuth
Am Mittwoch fand das Requiem für Niki Lauda statt. Bei den Reden der prominenten Gäste, wurde Lauda unter anderm von Bundespräsident Van der Bellen gewürdigt.
Trauerfeier für Niki Lauda
Requiem für Niki Lauda
Trauerfeier: Die Ehrengäste
Bilder von der Trauerfeier
Trauerfeier Niki Lauda - Die Ehrengäste - Stephansplatz - 29.05.2019

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat Niki Lauda in seiner Rede beim Requiem für den verstorbenen Formel-1-Weltmeister als Persönlichkeit mit “riesigem Talent, reinem Herzen, verbunden mit glasklarem analytischen Verstand” gewürdigt. “Ganz Österreich ist heute bei Ihnen”, versicherte er der Familie.

Van der Bellen: “Good bye bye world champion, bye bye, danke für alles.”

Der Bundespräsident erinnerte auch an das “größte Comeback” der Sportgeschichte nach dem Unfall am Nürburgring sowie an die “dunklen Stunden” nach dem Flugzeugabsturz einer seiner Lauda-Air-Maschinen in Thailand. Auch damals habe Niki Lauda das seinige getan und habe sich auf die Suche nach der Ursache gemacht.

“Wir stehen an der Bahre eines großen Österreichers”, sagte Van der Bellen. Viele in diesem Land habe er stolz gemacht. Der Bundespräsident drückte den Angehörigen im Namen der Republik Österreich das Beileid aus und sagte Lauda Lebewohl: “Good bye bye world champion, bye bye, danke für alles.”

Kurz und Berger würdigten Niki Lauda

“Für uns alle in Österreich ist Niki Lauda eine Legende, ein Unikat und für viele von uns ein guter Freund”, zeigte sich auch Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), der die Motorsportlegende ebenfalls als “ganz großen Österreicher” bezeichnete, überzeugt. Kurz berichtete von persönlichen Treffen im Cafe Imperial – und davon, wie er wiederholt es nicht schaffte, früher als Lauda dort aufzutauchen, auch wenn er lange vor dem Termin zum vereinbarten Treffpunkt erschien. Kurz verwies zudem auf die große Willensstärke Laudas und den Umstand, dass man ihn trotz Rückschlägen nie klagend oder leidend erlebt habe.

Gerhard Berger richtete sehr persönliche Worte an seinen “Freund Niki”, den er hoffe, irgendwann wiederzusehen: “Ich ziehe mein imaginäres Kapperl vor dir.” Lauda sei anfangs nicht unbedingt ein Vorbild gewesen – “weil du auf den ersten Blick kein wilder Hund warst”. Doch er habe sich geirrt, gestand Berger ein. Niki sei bemerkenswert ehrlich und hartnäckig gewesen und eben doch ein wilder Hund. Darum sei dieser drei Mal Weltmeister geworden und er selbst nie, resümierte Berger.

Später habe man sich auch privat getroffen und ein Boot geteilt, berichtete der ehemaligen Formel-1-Fahrer. Mit dem, was Niki Lauda alles getan habe, hätte man jedenfalls “viele Leben füllen können”, versicherte Gerhard Berger.

Schwarzenegger: “Er inspirierte mich so sehr”

“Er inspirierte mich so sehr”, schwärmte auch Arnold Schwarzenegger von seinen Begegnungen mit der Rennsportlegende. Als er, Schwarzenegger, ihm erzählt habe, als Gouverneur von Kalifornien zu kandidieren, habe Lauda ihn sofort unterbrochen und aufgefordert: “Do it!” Der Schauspieler verglich Laudas Tod mit einem Schiff, das am Horizont verschwinde, aber deswegen noch immer existiere. Lauda sei nicht gegangen, sondern würde unter all jenen, die ihn gekannt hätten, weiterleben.

Niki Lauda sei “Inbegriff des Wiederauferstehens”

Dompfarrer Toni Faber hatte zuvor die Gäste im Dom begrüßt und versichert: “Sterben ist nicht nur Verlust. Für uns Christen kann Sterben auch Ankommen und Heimkommen bedeuten. Coming Home. Wir beten in dieser Stunde, dass Niki angekommen ist.” Er könne sich noch gut an den 1. August 1976 erinnern – “der Tag, an dem in Wien die Reichsbrücke eingestürzt ist”. Dank dem Himmel und den Ärzten habe Niki Lauda seinen Unfall auf dem Nürburgring an diesem Tag überlebt.

“Da hat Gott, davon bin ich überzeugt, besonders über ihn gewacht”, sagte Faber, der ebenfalls an die schweren Stunden nach dem Absturz der Lauda-Air-Maschine in Thailand erinnerte. Damals habe er Lauda demütig und zweifelnd erlebt. Der Verstorbene sei aber nicht nur zum “verehrungswürdigen Idol” geworden, sondern auch zum “Inbegriff des Wiederauferstehens”. Er sei voller Tatendrang gewesen und es sei ein Geschenk und ein Privileg, ihn gekannt zu haben: “Fliegt seine Seele jetzt weiter als in all seinen Flügen, die er je zurückgelegt hat?”

Neben den Reden wurden während des Requiems auch Fürbitten gelesen – von den Mitgliedern der Familie. Zum wohl berührendsten Augenblick des heutigen Tages gehörte der Auftritt der Zwillinge Max und Mia, die sich von ihrem Papa verabschiedeten.

Auch “Lebensretter” Merzario sagte “Ciao, Niki”

Unter den vielen ehemaligen Formel-1-Piloten, die am Mittwoch an den Trauerfeierlichkeiten für Niki Lauda teilgenommen haben, war auch Arturo Merzario. Der Italiener hatte 1976 den ohnmächtigen Lauda nach dem Feuer-Unfall auf dem Nürburgring gemeinsam mit anderen Piloten aus dem brennenden Ferrari gezogen und damit das Leben gerettet. “Ciao, Niki”, sagte der 76-jährige Merzario nach dem Requiem.

Die tausenden vor dem Dom stundenlang im eiskalten Regen ausharrenden Menschen hatten beim Auszug zunächst den Sarg mit Applaus bedacht. Erstaunlich viele Motorsport-Fans erkannten Merzario nicht zuletzt aufgrund seines Markenzeichen, einem weißen Cowboy-Hut, sofort und skandierten so lange dessen Namen, bis sich der Italiener den Fans stellte.

Lauda aus dem zerstörten Ferrari geholt zu haben, sei der Beweis, dass man in Ausnahmesituationen Wunder vollbringen könne, verwies Merzario auf die dramatische Situation von damals. Zudem hatte der Italiener damals auch noch eine Herzmassage vorgenommen. Lauda hatte sich zwar mit einer Armbanduhr bedankt, insgesamt bedurfte es aber der Intervention von Bernie Ecclestone lange danach, damit die beiden Rennfahrer zueinander fanden und am Ende Freunde wurden.

Ehemalige Formel-1-Fahrer sichtlich berührt

“In den vergangenen 20 Jahren haben Niki und ich viel telefoniert und diskutiert”, erzählte Merzario. Auch für ihn sei der Moment, als der Sarg Laudas am Mittwoch aus der Stephansdorf gebracht wurde, “schrecklich” gewesen. “Weil es nun der Abschied für immer war”, so Merzario.

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton sowie die Ex-Piloten Jean Alesi, Nelson Piquet und Gerhard Berger begleiteten beim Auszug den Sarg auf der auf der einen Seite, Laudas ehemaliger Teamkollege Alain Prost sowie Helmut Marko und Nico Rosberg auf der anderen. Während der Verladung des Sarges in den Bestattungswagen, einem grauen Mercedes, umarmten einander einige der sichtlich mitgenommenen ehemaligen Fahrer.
Musikalisch wurde die Feierlichkeit unter anderem von einem Ensemble unter der Leitung von Christian Kolonovits begleitet. Zu hören waren Musikstücke wie “Amazing Grace”, “Fast Car” von Tracy Chapman, John Lennons “Imagine” oder auch “Hero” der Band Family Of The Year.

Nach der Trauerfeier wurde der Sarg von Mitarbeitern der Bestattung durch das Riesentor aus der Kirche getragen, flankiert von Hamilton, Jean Alesi, Nelson Piquet und Berger auf der einen Seite, sowie Prost, Helmut Marko und Rosberg auf der anderen. Von den seit Stunden in der Kälte ausharrenden Menschen gab es Applaus. Anschließend wurde des Sarg in den Bestattungswagen verladen. Die Beisetzung wird im engsten Familienkreis stattfinden. Zeitpunkt und Ort wurden nicht bekanntgegeben.

Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt

Musikalisch wurde die Feierlichkeit unter anderem von einem Ensemble unter der Leitung von Christian Kolonovits begleitet. Zu hören waren Musikstücke wie “Amazing Grace”, “Fast Car” von Tracy Chapman, John Lennons “Imagine” oder auch “Hero” der Band Family Of The Year.

Nach der Trauerfeier wurde der Sarg von Mitarbeitern der Bestattung durch das Riesentor aus der Kirche getragen, flankiert von Hamilton, Jean Alesi, Nelson Piquet und Berger auf der einen Seite, sowie Prost, Helmut Marko und Rosberg auf der anderen. Von den seit Stunden in der Kälte ausharrenden Menschen gab es Applaus. Anschließend wurde des Sarg in den Bestattungswagen verladen. Die Beisetzung wird im engsten Familienkreis stattfinden. Zeitpunkt und Ort wurden nicht bekanntgegeben.

(APA/Red)

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