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Latortue soll Haiti aus der Krise führen

Nur freie Wahlen können das jahrzehntelang von Gewalt und Machtmissbrauch traumatisierte Haiti in eine neue Zukunft führen. Das ist die Überzeugung von Gerard Latortue.

„Er ist ein Pazifist und ein Mann der Kompromisse”, sagt Leslie Voltaire, ein Minister im Kabinett Aristides, über den 69-jährigen Latortue. Der „Rat der Weisen” habe sich zum Ziel gesetzt, einen unabhängigen und kompetenten Ministerpräsidenten zu finden. Beides sei in der Person Latortues gewährleistet. Für besonders wertvoll hält Voltaire die in internationalen Organisationen erworbenen Erfahrungen des neuen Regierungschefs. Dies könnte sich als hilfreich erweisen, wenn die ausländischen Truppen in Haiti unter ein Mandat der Vereinten Nationen gestellt werden. Latortue war in den westafrikanischen Staaten Togo und Elfenbeinküste für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) im Einsatz.

Schon einmal ist Latortue aus dem Exil in seine Heimat zurückgekehrt. Nach dem Ende der Herrschaft des Familienclans der Duvaliers trat er 1988 als Außenminister in die Regierung von Leslie Manigat ein, die bald darauf in einem Militärputsch gestürzt wurde.

Vor einem Jahr sagte er Haiti eine unheilvolle Entwicklung voraus. „Unser Land ist bankrott”, schrieb Latortue im März 2003. „Die chronische Not unseres Volkes war niemals größer.” Sowohl die Gesellschaft als auch die Umwelt sei so sehr bedroht, dass die weitere Existenz der Nation auf dem Spiel stehe.

Damals bezeichnete Latortue die Entwaffnung der zahlreichen Banden in Haiti als vordringlich. „Die ganze Nation öffnet ihre Arme für jene, die uns helfen können und helfen wollen, um freie und faire Wahlen zu organisieren, einen Rechtsstaat zu errichten und die Banden zu entwaffnen.”

Diese Aufgaben sind jetzt seine eigenen geworden. Kritische Stimmen zu seiner Berufung kamen am Dienstag vor allem aus dem Lager der Rebellen, deren Aufstand den Sturz Aristides am 29. Februar herbeigeführt hat. Der Rat habe mit seiner Entscheidung einen taktischen Fehler gemacht, sagte der ehemalige Armee-Oberst und Putschist Himler Rebu. Da die Stabilisierung der Ordnung von vorrangiger Priorität sei, wäre der ehemalige General Herard Abraham die bessere Wahl gewesen. Jetzt müsse Latortue eine starke Persönlichkeit für das Amt des Innenministers finden, sagte Rebu.

Die Fähigkeit zum Kompromiss wird Latortue brauchen, wenn er aus allen politischen Lagern eine handlungsfähige Regierung bilden soll. Aristides Lavalas-Partei soll ebenso eingebunden werden wie das bisherige Oppositionsbündnis. Dessen Führungspolitiker Mischa Gaillaird signalisiert seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit: „Wir hoffen, dass Latortue jemand ist, der das Land wieder einigen kann.”

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