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Late Bloomers - Trailer und Kritik zum Film

Liebe, Alltag und Leidenschaft in einem Alter jenseits der 50: Regisseurin Julie Gavras präsentiert in "Late Bloomers" die Nöte derjenigen, die in der sogenannten zweiten Hälfte des Lebens angekommen sind. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Isabella Rosselini und William Hurt verkörpern dabei ein Ehepaar, das dem Älterwerden trotzt und sich mit den Grundpfeilern ihrer Beziehung – Liebe und Vertrauen – auseinandersetzen muss. Diese sind in den letzten Jahren durch den Alltag jedoch stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Ab Freitag im Kino.

Eigentlich könnte bei Mary (Rossellini) und Adam (Hurt) alles gut sein. Die Eheleute leben in London, sie plagen keine nennenswerten körperlichen Beschwerden, vor ihnen liegt eine finanziell gesicherte Zukunft, und die drei wohlgeratenen Kinder sind längst erwachsen. Doch das Alter geht nicht spurlos an ihnen vorüber – und auch am aufmerksamen Kinozuseher nicht, denn mit Michael Hanekes “Amour” und “Wie beim ersten Mal” mit Meryl Streep taucht das Alter aktuell gerade geballt auf der Leinwand auf.

“Late Bloomers”: Altern ist nichts für Weicheier

In “Late Bloomers” wacht Mary zu Beginn des Films auf und kann sich an die Geschehnisse des Vortags nicht mehr erinnern. Hinter der Gedächtnislücke vermutet sie erste Anzeichen von Alzheimer. Daneben verzweifelt sie beim Mascara-Auftragen an ihrer Brille, und die nachmittägliche Betreuung ihrer Enkel empfindet sie immer mehr als Belastung. Nach einem Arztbesuch entscheidet sie sich ihr Leben umzukrempeln und nimmt ihren Alltag in den Angriff: Aqua-Fitness, ein ehrenamtliches Engagement und das Aufrüsten der gemeinsamen Wohnung zu einem altersgerechten Eigenheim sollen eine neue Perspektive schaffen.

Bei ihrem Mann Adam lösen Haltestützen im Bad und das Telefon mit extra großen Wahltasten jedoch großes Unverständnis aus. Er fühlt sich keinesfalls alt und weigert sich, sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, dass seine Zeit als erfolgreicher Architekt möglicherweise auch schon hinter ihm liegt. Durch eine junge und kluge Verehrerin kompensiert er aufkommende Zweifel an seiner beruflichen Zukunft, und eine neue Lederjacke soll kurzerhand für einen jugendlicheren Look sorgen.

Vor allem die gemeinsamen drei Kinder spüren jedoch, dass eine endgültige Trennung möglich ist und versuchen die Ehe ihrer Eltern zu kitten. Ihre Interventionen aus der Distanz bleiben jedoch fruchtlos – wenn sich etwas ändern soll, müssen Mary und Adam das schon selbst auf die Reihe kriegen. Aber das ist nicht so leicht bei solch unterschiedlichen Problemlösungsstrategien. Wie sagt Adams exzentrischer Arbeitskollege einmal so schön: “Altern ist nichts für Weicheier”.

Regisseurin Julie Gavras schaffte es, mit Isabella Rossellini (“Blue Velvet”) und Oscar-Preisträger William Hurt (“A History of Violence”) exzellente Schauspieler für ihren erst zweiten Spielfilm zu gewinnen. Denn trotz einiger Längen im Skript brillieren die 60-Jährige und der 62-Jährige und scheuen sich auch nicht vor Nahaufnahmen. Mit leichtem Humor und einem Gespür für Zwischentöne zeichnet Gavras die Schönheiten und Schrecken des ganz normalen Wahnsinns nach. Älter werden ist nicht immer schön – aber mit einer reifen Persönlichkeit gelingt es auf jeden Fall besser.

(APA)

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