Langzeitarbeitslosigkeit bleibt Herausforderung

Für Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) ist weiterhin die größte Herausforderung die Langzeitarbeitslosigkeit.
Für Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) ist weiterhin die größte Herausforderung die Langzeitarbeitslosigkeit. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Auch, wenn die Arbeitslosenzahlen nach der Coronakrise nun wieder das Niveau von Herbst 2019 erreicht haben, ist die Langzeitarbeitslosigkeit weiterhin hoch.

Die Arbeitslosenzahlen haben nach der Coronakrise nun wieder das Niveau von Herbst 2019 erreicht. Die Langzeitarbeitslosigkeit ist aber weiterhin hoch und für Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) die größte Herausforderung. Man stelle "2022 mehr als 500 Millionen Euro bereit, um Langzeitarbeitslose beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen", so Kocher am Montag in einer Aussendung.

Ende September gab es 120.500 Langzeitarbeitslose

Ende September wurden von rund 338.500 Arbeitslosen und Schulungsteilnehmern insgesamt 120.500 als Langzeitbeschäftigungslose gezählt. Ende September 2019 gab es 94.000 Langzeitbeschäftigungslose

Für die Aktion Sprungbrett zur Wiedereingliederung Langzeitbeschäftigungsloser hat die türkis-grüne Regierung für 2022 rund 250 Mio. Euro budgetiert. Zusätzlich sind im regulären Budget des Arbeitsmarktservice (AMS) für 2022 rund 165 Mio. Euro für von Langzeitarbeitslosigkeit bedrohte ältere Arbeitslose reserviert. Weitere 105 Millionen Euro sind für Programme vorgesehen, die Langzeitarbeitslose unter 50 bei der Jobsuche unterstützen.

Wirtschaftseinbruch lässt Budgetausgaben für Arbeit sinken

Die kräftige Konjunkturerholung nach dem coronabedingten Wirtschaftseinbruch lässt die erwarteten Budgetausgaben für Arbeit und Beschäftigung im kommenden Jahr deutlich sinken. Die Regierung hat für 2022 Arbeitsmarktausgaben in Höhe von 9,1 Mrd. Euro - davon 200 Mio. Euro für Kurzarbeit - budgetiert, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Budgetbericht hervorgeht. Für heuer sind noch Ausgaben von 13,6 Mrd. Euro veranschlagt. "Insgesamt spiegelt das Budget die deutliche Erholung des Arbeitsmarkts wider. Vor allem die Ausgaben für die Kurzarbeit können sehr deutlich reduziert werden, parallel zum Ausstieg aus der Corona-Kurzarbeit", kommentierte der Arbeitsminister die geplanten Budgetausgaben. Die Anmeldungen zur Kurzarbeit würden derzeit nach wie vor deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen liegen.

Corona-Joboffensive mit rund 214 Millionen Euro finanziert

Für die Aus- und Weiterbildungsprogramme im Rahmen der Corona-Joboffensive sind laut Arbeitsministerium rund 214 Mio. Euro im Jahr 2022 vorgesehen. Vor allem geringer qualifizierte Personen sollen von dem Förderprogramm profitieren. Ende September hatten 102.764 Personen bzw. 38,2 Prozent der Arbeitslosen maximal einen Pflichtschulabschluss. Heuer erhalten durch die Corona-Joboffensive rund 60.000 Personen eine Aus- oder Weiterbildung.

Arbeitsmarkt-Förderungen vor allem für Jugendliche und Frauen

Weitere Arbeitsmarkt-Förderschwerpunkte der Regierung betreffen Jugendliche und Frauen. Für die Ausbildung bis 18 sind nächstes Jahr mindestens 57 Mio. Euro budgetiert. Die Lehrstellenförderung aus dem Arbeitsmarktbudget beläuft sich voraussichtlich auf 229 Mio. Im Sommer wurde das Förderziel für weibliche Arbeitslose von 3,5 Prozentpunkten auf 4 Prozentpunkte über dem weiblichen Anteil an der Arbeitslosigkeit erhöht. Damit sollen laut Arbeitsministerium Programme zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit von Frauen noch stärker unterstützt werden.

(APA/Red)

  • VIENNA.AT
  • Österreich
  • Langzeitarbeitslosigkeit bleibt Herausforderung
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen