Landesrat Waldhäusl ortet "Schächtskandal" in NÖ

Hier sind bosnische Muslime beim Schächten von Opferschafen in Sarajevo zu sehen. Das Schächten von Tieren ohne Betäubung ist in Österreich nicht erlaubt oder ist bei rituellen Schlachtungen ohne unnötige Leiden für das Tier durchzuführen.
Hier sind bosnische Muslime beim Schächten von Opferschafen in Sarajevo zu sehen. Das Schächten von Tieren ohne Betäubung ist in Österreich nicht erlaubt oder ist bei rituellen Schlachtungen ohne unnötige Leiden für das Tier durchzuführen. ©DPA/Symbolbild
Am Dienstag ortete Tierschutz-Landesrat Gottfried Waldhäusl einen "Schächtskandal in Niederösterreich". Der Freiheitliche kündigte eine Anzeige wegen Tierquälerei unter anderem gegen einen Betrieb aus dem Bezirk Korneuburg an.

FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl kündigte per Aussendung Anzeige wegen Tierquälerei unter anderem gegen einen im Bezirk Korneuburg ansässigen Betrieb an. Weiters forderte er vom Bund "ein generelles Schächtverbot" ein: "Bei diesem immer wiederkehrenden schrecklichen Tierleid ist es für mich mit jeglicher Religionsfreiheit vorbei."

Videomaterial von Schächtvorgang

Laut Waldhäusl ist Videomaterial aufgetaucht, das zeigt, dass bei einem Schächtvorgang in Niederösterreich nachweislich nicht wie notwendig ein Tierarzt anwesend war. Der Landesrat verfügt außerdem über belastende Hinweise gegen einen Betrieb im Bezirk Korneuburg. "Aktuell schächtet man dort offenbar - ohne Genehmigung - unzählige Schafe ohne die vorgeschriebene Betäubung mittels Bolzenschussgerät. Im Rahmen einer Kontrolle bei der Tierkörperverwertung Saria ist man darauf gestoßen, dass keinerlei dahingehende Spuren ersichtlich sind." Neben einer Anzeige, die noch am Dienstag erstattet werden soll, hielt der Landespolitiker fest, auch die "zuständige Fachabteilung zur restlosen Klärung der Umstände" angewiesen zu haben.

Mückstein zum Handeln aufgefordert

Zum Handeln aufgefordert wurde von Waldhäusl nicht zuletzt Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). "Diese beiden Fälle beweisen einmal mehr, welche Zustände in unserem Land vorherrschen und dem Schächttourismus damit Vorschub leisten."

Helga Krismer fragt nach Waldhäusls Leistung im Tierschutz

In einer Reaktion wies Helga Krismer, die Landessprecherin der Grünen, darauf hin, dass die Einhaltung des Tierschutzgesetzes Landessache sei. Bevor Waldhäusl Wünsche an Mückstein bezüglich Gesetzesänderungen richtet, solle er sich fragen: "Wo war meine Leistung als Tierschutz-Landesrat?" Zudem sei das Bundestierschutzgesetz überall "auf Punkt und Beistrich" zu exekutieren. "Schächtungen zu kritisieren, während man über die 'konventionelle' Schlachtung nicht spricht, das geht sich für den Tierschutz nicht aus. Das reicht nur für niederträchtiges Untergraben des gesellschaftlichen Zusammenhalts."

VGT kritisiert Waldhäusl scharf

Im Zusammenhang mit dem Betrieb im Bezirk Korneuburg meldete sich auch der VGT zu Wort. Anzeige bei der Staatsanwaltschaft sei erstattet worden, hielt man in einer Aussendung fest. Kritisiert wurde auch Waldhäusl. Der FPÖ-Landesrat wisse von "diesem Problembetrieb", schwinge "seit Jahren große Worte", habe es aber gemeinsam mit Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) "scheinbar nicht geschafft, für ordnungsgemäße Kontrollen zu sorgen". Nächsten Dienstag (21. September) will der VGT Videos veröffentlichen, "die die illegal ausgeführten Tötungen hunderter Schafe zeigen und beweisen, dass gesetzeswidrigerweise keine Kontrolle der Behörden stattgefunden hat".

(APA/Red)

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