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Ladenschluss um 19 Uhr: Pro und Contra

Der Handel schließt um 19 Uhr, der Aufschrei ist groß.
Der Handel schließt um 19 Uhr, der Aufschrei ist groß. ©APA
Supermärkte und Handelsgeschäfte schließen ab heute bereits um 19 Uhr. Für die Mitarbeiterinnen bedeutet das, dass sie eine Stunde früher nach Hause dürfen, für Einkäufer jedoch weniger Zeit. Wir haben ein Pro und Contra zu den Öffnungszeiten.

PRO

Stellen Sie sich kurz ans offene Fenster und klatschen Sie eine Runde. Für viele sogenannte "Systemerhalter" ist das der einzige Dank, den sie in der Coronapandemie erhalten. Diese "Systemerhalter" sind jedoch meistens "Systemerhalterinnen" - und arbeiten weiterhin unter schwierigsten Bedingungen.

Soll nun der Handel eine Stunde früher schließen, ist der Aufschrei groß, das Klatschen aus dem Frühjahr ist bereits verhallt. Die Verkäuferinnen, die stundenlang an der Kassa unzählige Menschen abfertigen, sollen gefälligst bis 20 Uhr arbeiten! Wo kämen wir da hin, wenn ich mir nicht um fünf vor acht im Supermarkt meine Leberkas-Semmel kaufen kann?

Für alle, die es bisher vergessen haben, wir haben eine Pandemie in Österreich. Dass jetzt neben Supermärkte auch Geschäfte offen haben ist schön und gut, trotzdem sind ausschweifenden Shopping-Touren nicht angebracht. Es gilt: Abstand halten, Menschenmassen meiden. Lebensmitteleinkäufe vorausplanen und nicht zweimal am Tag für drei Produkte im Billa stehen.

Außerdem hat die frühe Sperrstunde auch im März funktioniert. Ich kenne keinen, der im Frühjahr verhungert ist, die meisten haben sogar zugenommen. Mit einer früheren Sperrstunde kann man aber das Personal im Handel entlasten, die sonst bei eventuellen Ausfällen (Krankheit, Urlaub) gleich Überstunden machen müssten. Und Systemerhalterinnen haben es sowieso schon schwer genug.

(obl)

CONTRA

Keine Frage: Die Coronakrise gestaltet das Leben nicht gerade angenehmer. Regeln, Einschränkungen und Veränderungen prägen 2020. Es wird versucht, so gut wie möglich, gegen die Pandemie vorzugehen und eine Verschlimmerung zu vermeiden – was prinzipiell gut ist. Was dabei Verkürzungen der Handels-Öffnungszeiten beitragen, bleibt jedoch unverständlich.

Mit dem Ladenschluss um 19 Uhr werden nicht nur die Gemüter der Menschen erhitzt und noch mehr Unsicherheit in unsicheren Zeiten geschaffen, es entsteht auch eine neue Stresssituation. Wer beispielsweise nach der Arbeit einkaufen geht, muss dies schneller und vermutlich mit noch mehr Menschen gemeinsam tun. Zwar sind die Kunden und Verkäufer vielleicht früher zu Hause, dafür haben sie sich zuvor in den Geschäften noch etwas näher aneinandergedrängt.

Was unverständlich ist: Das Offenhalten bis 20 bringt keine rechtlichen Probleme mit sich. Denn aus beruflichen Gründen darf man auch später heimkommen, niemand erwartet von Handelsangestellten, um 20 Uhr zuzusperren und im selben Moment die Wohnungstüre aufzusperren. Viel eher diskriminiert die neue Regelung andere Berufstätige, die sehr wohl noch nach 20 Uhr arbeiten - im Büro oder Homeoffice. Auch sie können nicht plötzlich früher aufhören - denn auch hier hat die Arbeit oftmals weitreichende Auswirkungen auf andere. Aber so viel ist gesichert: Egal wie die Regelungen weitergehen, VIENNA.at wird sie auch nach 20 Uhr noch mit den wichtigsten Nachrichten des Tages versorgen.

(lyd)

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