Ladenöffnungszeiten: Wiener ÖVP fordert komplette Liberalisierung

Der Wiener ÖVP-Chef Gernot Blümel
Der Wiener ÖVP-Chef Gernot Blümel ©APA/Roland Schlager
Für den Wiener ÖVP-Chef Gernot Blümel ist Wien, die Ladenöffnungszeiten betreffend, "wie ein Freibad, das bei 35 Grad geschlossen bleibt".

Der Wiener ÖVP-Chef Gernot Blümel fordert die völlige Freigabe der Ladenöffnungszeiten in Wien. Händler sollen ihre Geschäfte auf freiwilliger Basis an sieben Tage die Woche rund um die Uhr aufsperren dürfen, sagte Blümel dem Standard. Bisher schon hat die Wiener ÖVP auf die Sonntagsöffnung in sogenannten Tourismuszonen gedrängt.

Derzeit sei Wien “wie ein Freibad, das bei 35 Grad geschlossen bleibt. Das ist der blanke Wahnsinn”, so Blümel. Der christsoziale Politiker sieht den Schlüssel, mit dem sich erweiterte Öffnungszeiten finanziell rentieren, in steuerlicher Entlastung von Überstunden und Feiertagszuschlägen. “Durch eine Abschaffung dieser Abgaben hätten alle in der Sekunde mehr.” Ein weiterer Grund für die Freigabe der Ladenöffnungszeiten sei die teilweise prekäre Lage der Einzelhändler aufgrund des wachsenden Onlinehandels.

Gewerkschaft lehnt Liberalisierung der Öffnungszeiten ab

Die Gewerkschaft will von einer Liberalisierung der Öffnungszeiten hingegen nichts wissen: Wiens ÖVP-Chef erinnert sie an einen Blinden, der von Farben spricht, sagte Barbara Teiber, GPA-djp-Regionalgeschäftsführerin, dem Standard. “Er hat keine Ahnung von der Arbeitswelt und der Verdienstsituation.” Niemand gebe im Übrigen wegen längerer Öffnungszeiten mehr Geld aus.

Für die Wirtschaftskammer ist es für eine generelle Liberalisierung zu früh. “Wir wären schon froh über eine Tourismuszone”, bekräftigte Klaus Puza, Geschäftsführer der Sparte Handel in der Wiener Wirtschaftskammer, im Bericht. Eine solche Zone könne 140 Mio. Euro zusätzlichen Umsatz und 800 Jobs bringen. Für den österreichische Handelsverband ist eine Liberalisierung unter den jetzigen Spielregeln für Händler nicht leistbar. Nur Lohnnebenkosten niedriger zu besteuern sei zu wenig, so Handelsverband-Chef Rainer Will. Ein erster Schritt müsse es sein, die hohen Zuschläge unter der Woche ab 18.30 und samstags nach 13 Uhr zu senken und nach hinten zu verschieben, sagt er.

Die Wiener ÖVP hatte bereits im Rahmen des Wien-Wahlkampfes 2015 gefordert, die Ladenöffnungszeiten am Sonntag zu lockern – nämlich in den von der Wirtschaftskammer urgierten Tourismuszonen. Solche gibt es in der Bundeshauptstadt bis dato nicht.

(APA, Red.)

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