Ladehemmung in CL-Viertelfinalspielen von Mittwoch

Nur ein Tor in den CL-Partien am Mittwoch
Nur ein Tor in den CL-Partien am Mittwoch
Im Gegensatz zu den Tor-Galas von Bayern München und FC Barcelona mit sieben bzw. fünf im Viertelfinale der Fußball-Champions-League geschossenen Treffern, hat in den anderen beiden Duellen um die Teilnahme am Semifinale Ladehemmung geherrscht. Real Madrid im Stadtderby gegen Atletico sowie Juventus Turin gegen FC Porto kamen jeweils nur aufgrund eines 1:0-Heimsiegs eine Runde weiter.


Im Endeffekt bleibt aber nur, dass sich die vier Favoriten durchgesetzt haben. “Für mich sind das die vier besten Mannschaften, die es in Europa gibt”, meinte etwa Real-Star Toni Kroos nach dem im Bernabeu-Stadion eingefahrenen Sieg. Für das in der 88. Minute gefallene “Goldtor” war diesmal keiner der absoluten Stars verantwortlich, sondern mit Javier Hernandez ein eigentlicher Ersatzmann.

Erst durch Verletzungen bei den “Königlichen” war er im achten Saison-Duell mit dem noch amtierenden nationalen Meister in die Mannschaft gekommen. Unmittelbar vor einer drohenden Verlängerung nutzte der Mexikaner die Gunst der Stunde und verwertete ein Zuspiel seines portugiesischen Sturmpartners Ronaldo zum umjubelten Siegestreffer. Der 26-Jährige bezeichnete das Tor als das bisher wichtigste seiner Karriere.

Hernandez ist besser unter dem Spitznamen Chicharito (“die kleine Erbse”) bekannt. Den Namen hat er quasi von seinem gleichnamigen Vater geerbt. Dieser war für Mexiko bei der WM 1986 im Einsatz gewesen und wurde aufgrund seiner grünen Augen Chicharo (Erbse) genannt. Nachdem Chicharito bei der WM in Brasilien in der Gruppenphase gegen Kroatien getroffen hatte, war er von Manchester United zu Real gekommen.

Real-Coach Carlo Ancelotti gönnte Hernandez den Erfolg. “Er hat in dieser Saison sehr gelitten, hat kaum gespielt”, sagte der Coach. “Aber er hat auch in schwierigen Momenten nie das Handtuch geworfen und im Training hart an sich gearbeitet. Es hat sich ausgezahlt.” Es war der erste Sieg von Real im achten Saison-Duell mit Atletico. In der Champions League hatte sich das “Weiße Ballett” ja schon im Finale 2014 durchgesetzt.

Ancelotti hatte sich in dieser Partie auf ein riskantes Experiment eingelassen, indem er Abwehrchef Sergio Ramos ins Mittelfeld beorderte. Im Punktspiel beim FC Barcelona hatte er damit Schiffbruch erlitten und heftige Kritik einstecken müssen. “Wenn die Sache erneut schief gegangen wäre, hätte man mich vielleicht umgebracht”, witzelte der Trainer. “Aber ich bin noch am Leben.”

Atletico wird in dieser Saison nur der Supercup bleiben, nachdem das Team im Cup an Barcelona gescheitert war und der Rückstand in der Liga auf Leader Barca sechs Runden vor Schluss neun Punkte beträgt. Coach Diego Simeone zeigte sich dennoch stolz. “Wir haben in der Champions League gut mitgehalten. Das gibt mir die Überzeugung, dass ich eine Mannschaft aus Männern habe”, sagte der Argentinier.

Bis zum Ausschluss von Mittelfeldmann Arda Turan nach einer Attacke des Türken gegen Sergio Ramos in der 76. Minute sei die Partie für Simeone wie geplant verlaufen. “Daher gibt es für mich nichts Negatives.” Der “Gaucho” gratulierte aber auch dem siegreichen Real. “Glückwünsche an den Gegner. Er hat gut gespielt und ein schönes Tor geschossen.” Am Freitag (12.00 Uhr/live Eurosport) wird in Nyon Reals nächster Gegner zugelost.

Juventus gewann im Viertelfinale keinen Schönheitspreis, nur ein Elfmetertor brachte den designierten italienischen Meister seine erste Semifinalteilnahme in der europäischen Königsklasse seit 2003. “Wir haben uns im italienischen Stil qualifiziert”, meinte Verteidiger Patrice Evra treffend. “Der ist hässlich, aber er ist solide und vor allem effizient.” Die besseren Momente im Rückspiel hatte mit Monaco aber der Gastgeber.

Nicht nur Defensivmann Aymen Abdennour war daher bei den Monegassen verbittert: “Wir haben ein großes Spiel gespielt und hätten uns zumindest ein Tor verdient.” Juve-Coach Massimiliano Allegri ließ das aber kalt. “Das Ziel war, ins Semifinale zu kommen”, sagte er nüchtern. “Die Burschen haben heuer in der Champions League gut gespielt und kein Match verloren. Daher ist es eine verdiente Semifinal-Qualifikation.”

Und obwohl es nun gegen einen aus der absoluten Elite Europas geht, will die “Alte Dame” mehr. “München würden wir am liebsten vermeiden”, ließ Allegri durchblicken, dass er sich nun einen spanischen Gegner mehr wünschen würde. “Aber ich habe keine Angst.” 2003 war es im Semifinale gegen Real gegangen, nach dem Aufstieg war im Endspiel im nationalen Duell mit dem AC Milan Endstation.

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