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L17-Ausbildungsfahrten sorgten 2019 für 41 Unfälle

Der L17-Führerschein ist sehr beliebt.
Der L17-Führerschein ist sehr beliebt. ©APA/dpa/Swen Pförtner
Rund ein Drittel der Führerscheinneulinge in Österreich machten im letzten Jahr den B-Schein als L17. Dabei bauten sie während ihren Ausbildungsfahrten 41 Unfälle mit Personenschaden.

In Österreich werden immer mehr Führerscheinausbildungen als L17 absolviert. Dabei erfolgt die Grundausbildung in der Fahrschule, die Ausbildungsfahrten mit der Begleitperson. 81.943 Österreicher haben laut Statistik Austria im Jahr 2019 den B-Führerschein erworben, 32 Prozent davon die L17-Ausbildung absolviert. Laut ÖAMTC passierten 41 Unfälle mit Personenschaden während L17-Ausbildungsfahrten.

3.000 Kilometer Probefahrt

Wer nicht bis 18 auf den Führerschein warten will, kann schon mit Fünfzehneinhalb Jahren ein Auto lenken lernen und bereits mit 17 nach bestandener Prüfung alleine Auto fahren, wenn er die vorgezogene Lenkerausbildung, den sogenannten L17, absolviert. Insgesamt 3.000 Kilometer müssen in drei Praxisblöcken mit ein oder zwei Begleitpersonen gefahren werden, diese müssen ein Naheverhältnis zum Führerscheinbewerber haben. Außerdem müssen sie seit mindestens sieben Jahren den Führerschein haben und dürfen in den vergangenen drei Jahren keine schwere Verkehrsübertretung begangen haben. Nach jeweils 1.000 Kilometern gibt es Schulungen in der Fahrschule. Nach der Fahrpraxis erfolgen Perfektionsschulung und Perfektionsfahrt in der Fahrschule. Die theoretische Prüfung kann nach dem Theoriekurs absolviert werden, die praktische Prüfung frühestens am 17. Geburtstag.

Im Burgenland und in Niederösterreich fährt jeder zweite Fahrschüler mit einem L17-Ausbildungstaferl - gefolgt von Kärnten, der Steiermark, Oberösterreich und Salzburg. In Wien ist nur jeder Zehnte als L17-Fahrschüler unterwegs. Die ersten Kilometer hinter dem Steuer sind bekanntlich die schwierigsten und werden nicht selten zur Nervenprobe für Fahranfänger und ihre Begleiter. "Übung macht den Meister - dies gilt auch für die Begleiter eines L17-Anwärters", sagte Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik.

Vorsicht ist das erste Gebot

Damit die ersten Fahrversuche sicher und stressfrei für alle Beteiligten ablaufen, gilt es auf einige Punkte zu achten: "Wichtig ist, die Abstände zum Vordermann entsprechend großzügig zu gestalten, um im Notfall genug Spielraum für Bremsmanöver zu lassen. Außerdem sollten Begleiter des Führerscheinwerbers in ihrem Übungsauto ausprobieren, wie es reagiert, wenn sie während der Fahrt die Handbremse ziehen bzw. die Taste der elektrischen Feststellbremse betätigen", empfahl Frisch. Das soll natürlich in einem sicheren Umfeld erfolgen. "Im Ernstfall hat der L17-Begleiter auf der Straße nämlich nur einen Versuch."

Um die ersten Fahrversuche sicher zu gestalten, bietet die ÖAMTC Fahrtechnik österreichweit spezielle Vorbereitungstrainings für die L17-Ausbildung an. Das Angebot richtet sich an Eltern oder andere Personen, die Führerschein-Neulinge im Zuge des L17 begleiten möchten. "In drei rund 50-minütigen Einheiten geben wir Tipps und Tricks, um sowohl die Führerschein-Anwärter als auch ihre Betreuer bestmöglich auf die Übungsfahrten vorzubereiten", erklärte Fahrtechnik-Experte Frisch.

(APA/red)

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