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KV-Verhandlungen für Sozialwirtschaft: Streik nächste Woche

Der Streik in der Sozialwirtschaft wurde für kommende Woche angesetzt.
Der Streik in der Sozialwirtschaft wurde für kommende Woche angesetzt. ©APA/Roland Schlager
Nachdem die bereits 4. KV-Runde ohne Einigung zu Ende gegangen ist, wird es in der kommenden Woche in der Sozialwirtschaft zu einem Streik kommen. Der nächste Verhandlungstermin wurde für den 18. Februar angesetzt.

Keine Einigung erzielten die Arbeitgeber und die Gewerkschaften GPA-DJP und Vida in der vierten Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für den privaten Sozial- und Gesundheitsbereich. Damit stehen kommende Woche nun Warnsteiks in einzelnen Bereichen bevor. Die Gewerkschaften versicherten aber, dass es nicht zu Beeinträchtigungen für die gepflegten Menschen kommen wird.

16 Stunden haben die Gewerkschaftsvertreter mit Walter Marschitz, Verhandlungsführer der Arbeitgeber, und Erich Fenninger, Vorsitzender der Sozialwirtschaft und Geschäftsführer der Volkshilfe, in dieser vierten Runde verhandelt.

Gesprächsverweigerung beim Thema Arbeitszeitverkürzung

Das Angebot der Arbeitgeber für eine prozentuelle Lohn- und Gehaltserhöhung sei von 2,5 Prozent auf 2,8 bis 3 Prozent erhöht worden, hieß es am Freitagmorgen in einer Aussendung der Gewerkschaften GPA-djp. “Mit diesem Angebot lassen die Arbeitgeber die Wertschätzung gegenüber den 100.000 Beschäftigten in der Sozialwirtschaft schmerzlich vermissen”, so GPA-Verhandlungsführer Reinhard Bödenauer.

Beim Thema Arbeitszeitverkürzung hätten die Arbeitgeber Gesprächsverweigerung betrieben. “Gerade Bereiche wie die Pflege sind emotionale Schwerstarbeit. Die Kolleginnen und Kollegen haben sich mehr Zeit für Erholung mehr als verdient”, stellte Michaela Guglberger, Verhandlerin der Gewerkschaft vida, in der Aussendung fest.

Streik in der Sozialwirtschaft zwischen 12. und 14. Februar

“Kommende Woche werden wir in Teilbereichen Arbeitsniederlegungen durchführen. Die Kolleginnen und Kollegen sind kampfbereit und die Streikfreigabe liegt bereits vor”, so die Guglberger weiter. Konkret finden die Maßnahmen von 12. bis 14. Februar in den Betrieben statt. Als Termin für eine weitere Kollektivvertragsverhandlung sei der 18. Februar 2019 festgelegt worden.

KV-Sozialwirtschaft: Kein Verständnis auf Arbeitgeberseite

Kein Verständnis für den Abbruch der KV-Verhandlungen in der Sozialwirtschaft hat die Arbeitgeberseite. Knackpunkt war die Forderung der Arbeitnehmer nach einer Arbeitszeitverkürzung, entweder durch eine Reduktion der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich oder durch zusätzliche Urlaubstage für alle Mitarbeiter.

“Beim Gehalt haben die Arbeitgeber eine Erhöhung der KV-Tabelle, Zulagen und Zuschläge von drei Prozent angeboten. Das wäre der höchste Abschluss seit Bestehens des Kollektivvertrages”, äußerte Verhandlungsführer Walter Marschitz in einer Aussendung Freitagfrüh Unverständnis über die ablehnende Haltung der Gewerkschaften. “Auch bei den rahmenrechtlichen Themen – gerade zu Arbeitszeitthemen- hat es weitere Annäherungen gegeben.”

Für Erich Fenninger, Vorsitzender der SWÖ, bleibt unerklärlich, warum die Gewerkschaften im Gegensatz zu anderen Branchen gerade im Sozialbereich die Arbeitszeitverkürzung zur Fahnenfrage erklären: “Wir haben schon eine kürzere Wochenarbeitszeit von 38 Stunden. Dazu haben wir einen Personalmangel und bräuchten eigentlich mehr statt weniger Personalkapazitäten. Und schließlich arbeiten in unserer Branche weniger Vollzeitbeschäftigte, das bedeutet, dass eine Arbeitszeitverkürzung nur ca. 30 Prozent der Mitarbeiter entlasten würde.”

In 75 Betrieben wird gestreikt

Nach dem Scheitern der Verhandlungen über den Kollektivvertrag in der Sozialwirtschaft wird es nächste Woche “in 75 Betrieben an ausgewählten Standorten” Warnstreiks geben. Das kündigte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, der stellvertretende GPA-Bundesgeschäftsführer Reinhard Bödenauer, am Freitag im Gespräch mit der APA an. Er versicherte aber, dass man den Klienten nicht schaden werde.

Die Warnstreiks werden aufgeteilt auf drei Tage von Dienstag bis Donnerstag jeweils abwechselnd in den 75 Betrieben stattfinden. Davon betroffen sollen etwa Behindertenwerkstätte oder Einrichtungen für die Nachmittagsbetreuung sein. Ein Notbetrieb sei überall garantiert, versicherte Bödenauer. Er betonte, dass sich auch die Beschäftigten nicht vorstellen könnten, die von ihnen zu pflegenden Personen im Stich zu lassen. Es gebe viel Unterstützung für die Forderungen sowohl von den Klienten als auch von den Angehörigen.

Die Verhandlungen betreffen rund 100.000 Beschäftigte im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich. Es geht dabei vor allem um Pflegekräfte, Mitarbeiter in der Behindertenhilfe, der Senioren- und Jugendhilfe, die in Organisationen wie der SPÖ-nahen Volkshilfe, dem ÖVP-nahen Hilfswerk oder der Lebenshilfe beschäftigt sind. Zu den größten Arbeitgebern zählen auch die Senecura Gruppe mit 81 Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen in Österreich oder in Wien das “Kuratorium Wiener Pensionistenwohnhäuser”. Nicht in die Sozialwirtschaft eingebunden sind die Caritas, die Diakonie und das Rote Kreuz, die jeweils eigene Kollektivvertragsverhandlungen führen.

(APA/Red)

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