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Kurz, Hartinger-Klein, Kickl - die Politiker im Vertrauenscheck

©Austrian Chancellor Sebastian Kurz and Interior Minister Herbert Kickl attend a news conference in Vienna, Austria July 3, 2018. REUTERS/Leonhard Foeger
In punkto Vertrauen konnte sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bei der Bevölkerung nach oben arbeiten. Bei Herbert Kickl (FPÖ) und Beate Hartinger-Klein (FPÖ) ging es jedoch abwärts.
Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) liegt punkto Vertrauen weiter an der Spitze von Österreichs Politikern. Im aktuellen APA/OGM-Vertrauensindex konnte der Kanzler und ÖVP-Obmann seinen Wert sogar auf 24 Punkte steigern. Verglichen mit März 2018 zeigt die jüngste Erhebung eine weiter recht solide Vertrauensgrundlage für die Mitglieder der türkis-blauen Regierung, so OGM-Chef Wolfgang Bachmayer.

Kickl und Hartinger-Klein sind die Ausnahmefälle

Die wesentlichen Ausnahmen sind Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) und Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) mit beträchtlichen Verlusten von 7 beziehungsweise 8 Punkten. Der Vertrauensindex errechnet sich auf Basis einer Umfrage unter 804 repräsentativ ausgewählten Wahlberechtigten aus dem Antwortsaldo “habe zu dieser Person Vertrauen/kein Vertrauen”. Die aktuelle Erhebung fand zwischen 11. und 13. September statt (Details: http://www.ogm.at).

Kickl: BVT-Affäre könnte Grund für weniger Vertrauen sein

Der Rückgang bei Kickl erklärt sich laut Bachmayer mit einer zunehmend geteilten Haltung der Wähler des Koalitionspartners ÖVP. Dies könnte mit der BVT-Affäre zu tun haben, deutet der Meinungsforscher an. Die Anhänger der Oppositionsparteien lehnten Kickl ohnehin seit geraumer Zeit ebenso geschlossen ab, wie die eigenen FPÖ-Wähler hinter dem Innenminister stehen.

Hartinger-Klein: 150 Euro reichen zum Leben

Den Einbruch bei Sozialministerin Hartinger-Klein begründet Bachmayer mit der kritischen Auseinandersetzung um die verschiedenen Reformmaßnahmen im Sozialbereich und mit einzelnen verunglückten Hartinger-Aussagen – etwa jener, dass 150 Euro zum Leben ausreichend seien. Das Vertrauen in Hartinger-Klein habe deshalb auch bei Teilen der Wähler der Regierungskoalition gelitten. Im Gegenzug sei Hartinger-Kleins Bekanntheit seit März von 44 auf 60 Prozent gestiegen.

Vertrauen in Österreichs Politiker
Vertrauen in Österreichs Politiker ©APA

Hartwig Löger hat stärksten Vertrauenszuwachs

Den stärksten Vertrauenszugewinn unter den Regierungsmitgliedern verzeichnete seit März Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) mit plus 6 Punkten und einem Vertrauenswert von 15 Punkten, was den zweiten Platz hinter Bundeskanzler Kurz bedeutet. Kurz’ Vertrauenswert erhöhte sich von einem ohnehin hohen Niveau ausgehend um 4 Punkte von 20 auf 24.

Strache, Sobotka, Kunasek: Trotz Punkt im Minusbereich

Zu den Aufsteigern im aktuellen APA/OGM-Vertrauensindex zählen auch Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit plus 4 Punkten sowie Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) und Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ), die jeweils 3 Punkte zulegten. Strache, Sobotka und Kunasek liegen aber noch im Vertrauensminus.

Van der Bellen erntet auch großes Vertrauen

Im positiven Bereich des Rankings liegt neben Bundespräsident Alexander Van der Bellen (14) und der Zweiten Nationalratspräsidentin Doris Bures (13) die Mehrheit des Regierungsteams: Heinz Faßmann (10), Josef Moser (10), Karin Kneissl (9), Elisabeth Köstinger (7), Margarte Schramböck (5), Karoline Edtstadler (3), Gernot Blümel (3) und Juliane Bogner-Strauß (1).

Peter Pilz mit Abstand letzter

Die hintersten Plätze in der Vertrauenspyramide belegen Hartinger-Klein (-12), FPÖ-Klubobmann Walter Rosenkranz (-22), Herbert Kickl (-30) und mit Abstand Peter Pilz (-40).

Christian Kern fällt immer mehr zurück

Auffällig ist laut Bachmayer auch der Vertrauensverlust für SPÖ-Obmann Christian Kern, der seit März 6 Punkte verloren hat und mit einem Vertrauenswert von minus 9 immer mehr zurück fällt. Kern liegt nur mehr einen Punkt vor FPÖ-Chef Strache.

Die neue NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger wird mit einem Vertrauensvorschuss von Plus 1 sogar um eine Nuance besser bewertet als zuletzt ihr Vorgänger Matthias Strolz.

(APA/Red)

 

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