Kurz fordert: "Wiener Dialogzentrum soll IS-Barbarei verurteilen"

Sebastian Kurz bei der UN-Generalversammlung
Sebastian Kurz bei der UN-Generalversammlung ©APA/DRAGAN TATIC
Das "Dialogzentrum der Religionen" (KAICIID), das in Wien ansässig ist, soll einen Aufruf an alle geistlichen Führer in muslimischen Ländern unternehmen, die "IS-Barbarei zu verurteilen und aktiv dagegen auftreten".
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Diese Forderung äußerte Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) am Donnerstag, dem 25. September am Rande der UN-Generalversammlung in New York nach einem Treffen mit dem saudi-arabischen Außenminister Saud al-Faisal.

“Abgrenzung von der IS-Ideologie”

Damit solle eine “klare Abgrenzung des muslimischen Glaubens von der IS-Ideologie” unterstrichen werden, forderte Kurz. Das Wiener Dialogzentrum solle eine gemeinsame Erklärung aller dort vertretenden Weltreligionen herausgeben, “mit der die Verbrechen der IS-Terroristen scharf verurteilt und die Ablehnung dieser Barbarei als gemeinsame Aufgabe aller Religionen herausgestrichen wird”, forderte Kurz.

Saudi-Arabien solle auch entsprechende Taten setzen, was die konkrete Umsetzung des Rechts auf freie Religionsausübung im eigenen Land betreffe. “Das Wiener Zentrum soll kein Feigenblatt sein. Der Erfolg des Zentrums misst sich letztlich daran, inwieweit der gegenseitige Respekt der Religionen auch in die Tat umgesetzt wird. Die freie Ausübung der Religion ist in Saudi-Arabien bis dato rechtlich nicht realisiert”, erklärte Kurz. Allerdings werde die aktive Teilnahme Saudi-Arabiens an der internartionalen Allianz gegen IS geschätzt.

Kurz und Fischer bei der UN-Generalversammlung

Gemeinsam mit Bundespräsident Heinz Fischer traf der Außenminister in New York auch den palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas. Dieser bestätigte laut Aussendung der Präsidentschaftskanzlei “die in Kairo getroffene Vereinbarung über eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Fatah und Hamas. Er kündigte an, dass die Palästinenser sich um eine Resolution des Sicherheitsrates bemühen werden, in der zumindest die Zweistaatenlösung und ein Zeitplan für eine solche Lösung festgeschrieben werden soll. Sollte ein solcher Beschluss des Sicherheitsrates nicht erreichbar sein, arbeite man an einem “Plan B” und einem “Plan C” für die weitere Vorgangsweise.

Lösung gegen den IS

Fischer und Kurz bekräftigten übereinstimmend, dass sich Österreich innerhalb der EU aber auch in anderen Gremien um eine Lösung bemühen, deren Kernpunkte darin bestehen, dass Israel und Palästina “zwei selbstständige Staaten bilden, sich gegenseitig anerkennen, in Frieden nebeneinander leben und ihren Völkern eine sichere Zukunft bieten können”.

Das “König Abdullah Bin Abdulaziz Zentrum für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog” (KAICIID) wird größtenteils von Saudi-Arabien finanziert. Kritiker sehen in der Institution einen Versuch Riads, sein international wegen Menschenrechtsverletzungen ramponiertes Image aufzupolieren.

Was wäre, wenn Österreich sich militärisch an der Allianz gegen den IS beteiligen würde.

(APA)

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