Kunsthistorisches Museum ist "Vorzugsschüler"

Kunsthistorisches Museum &copy APA
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Museen-Evaluierung: „Prestige exzeptionell hoch“ - Professionelleres Marketing und verstärkte Sponsoraktivitäten empfohlen - Drückende Raumnot, unzureichende Depotflächen, fehlende Wechselausstellungsräume.

Über das Kunsthistorische Museum (KHM) mit dem angegliederten Museum für Völkerkunde und Österreichischem Theatermuseum sind die Autoren der Evaluierungsstudie voll des Lobes. „Das Prestige des KHM ist exzeptionell hoch und bedarf keiner grundlegenden Änderung“, heißt es gleich zu Beginn, das Museum sei „ein national und international gesuchter Partner, der „vorbildlich“ nationale und internationale Ausstellungen sowie wissenschaftliche Kooperationen unterstütze: „In Österreich übertrifft kein anderes Museum den Rang und die Vielseitigkeit des musealen Lebens am KHM.“

Viel Licht, aber…

Das KHM habe „bedeutende Erwerbungen in den letzten Jahren zu verzeichnen“ und betreibe eine „planmäßige Erweiterung des Sammlungsbestandes laut Aufgabenkatalog in der Museumsordnung (Ausnahme Gemäldegalerie)“. „Beeindruckende Professionalität der Restaurierungsarbeiten des KHM mit hohem wissenschaftlichen Ertrag, jedoch Überlastung der Restaurierwerkstätten durch angestiegenen Leihverkehr“ wird ebenso unterstrichen wie „beeindruckende“ Listen der alljährlichen Publikationen. Es gebe „hervorragende Ausstellungskataloge, aber Mangel an wissenschaftlichen Bestandskatalogen (Erfassung jedoch in Vorbereitung)“.

… auch Schatten

Auch ein paar kritische Anmerkungen gibt es: Einerseits sollte die „Vielfalt der Ausstellungsaktivitäten des Hauses nicht durch Projekte überlagert werden, die den Kernthemen der Sammlung eher fern stehen“, andererseits „können mutige Grenzüberschreitungen (z.B. Francis Bacon) zur Erhellung und Rezeption der eigenen Sammlung beitragen“. Das „Marketingkonzept 2004“ sei „mit professioneller Hilfe weiterzuentwickeln“, „verstärkte Sponsoringaktivitäten wären für Ausstellungsprojekte und Sammlungserweiterungen empfohlen“.

Für manche konstatierten Defizite trage das KHM keine Schuld, meinen die Studienautoren: „Drückende Raumnot: Verbesserung nicht ohne erhebliche Investitionsmittel möglich“, heißt es etwa, oder:
„Notwendigkeit der Schaffung von Räumlichkeiten für Wechselausstellungen“ und „Unzureichende Depotflächen“. Ebenfalls „wünschenswert wären zusätzliche budgetäre Vorkehrungen für die Ergänzung des Bestandes, die mit noch größerem Nachdruck betrieben werden sollte“. Auch leide das Museum an fehlendem Mäzenatentum. Fazit: „Trotz hohem Eigendeckungsgrad des KHM (2003: 43,3 Prozent) sind steigende Kosten im Rahmen der gedeckelten Basisabgeltung nur mehr durch eine Korrektur seitens der öffentlichen Hand bewältigbar.“

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