Kumpel-Bergung - Präsident kündigt Konsequenzen an

Der chilenische Präsident Sebastian Pinera hat Konsequenzen nach dem Grubendrama angekündigt. Die Arbeitsgesetze unter anderem im Bergbau sollten verschärft werden, sagte er am Donnerstag in der Stadt Copiapo, wo er die 33 Kumpel im Krankenhaus besucht hatte.
Präsident Pinera besucht Kumpel
Kumpel- Bergung mit Happy- End
Chile jubelt: Alle 33 Kumpel sind gerettet
Spektakuläre Rettung I
Spektakuläre Rettung II
Spektakuläre Rettung III
Spektakuläre Rettung IV
Erster Kumpel gerettet
Verschütteter Vater geworden
Das sind die Verschütteten
Bergleute haben Promi- Status

Die Kosten der Rettung der Bergleute bezifferte er auf zehn bis 20 Millionen US-Dollar (7,09 bis 14,2 Mio. Euro). Das Geld sei zum Teil aus Spenden, zum Teil aus dem Haushalt gekommen.

Nach der Rettung der 33 Kumpel erlebt Chiles Präsident Sebastian Pinera zudem einen politischen Höhenflug: Seine Popularitätswerte, die nach dem Erdbeben im Frühjahr gelitten hatten, sind wieder kräftig gestiegen. Die Bilder, auf denen der 60-Jährige Bergmänner, Ehefrauen und Kinder herzt, kommen gut an bei seinen Landsleuten.

Pinera, den man in Chile auch “La locomotora” (Die Lokomotive) nennt, wird daheim oft mit dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi verglichen. Auch er ist ein steinreicher Unternehmer, den es in die Politik zog. Sein Vermögen wird auf zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,45 Mrd. Euro) geschätzt. Der Politiker ist seit 1973 verheiratet und hat vier Kinder.

Der Staatsmann

Pinera stammt aus einer Familie, die Minister oder Berater in sechs der vergangenen sieben Regierungen stellte. Sein Vater Jose Pinera war unter anderem Botschafter Chiles bei den Vereinten Nationen und soll auch als Agent des US-Geheimdienstes CIA gearbeitet haben. Nach 20 Jahren Regierung des Mitte-Links-Bündnisses Concertacion war Sebastian Pinera in diesem Jahr der erste Vertreter der politischen Rechten, der seit dem Ende der Diktatur von Augusto Pinochet (1973-1990) in den Präsidentenpalast einzog.

Der Konservative steht für eine unternehmerfreundliche Politik, die von Kritikern des liberalen Wirtschaftsmodells in Chile auch für die eher nachlässige staatliche Kontrolle über den Bergbau verantwortlich gemacht wird. In seinem eigenen politischen Lager machte er sich Feinde, weil er bei einem Referendum 1988 gegen die Bestätigung Pinochets als Präsidenten und für ein Ende der Diktatur gestimmt hatte.

Seine ersten Lebensjahre verbrachte Pinera wegen der Arbeit seines Vaters in den USA, die Schulzeit in seinem Heimatland, wo er Wirtschaftswissenschaften studierte. An der Elite-Universität Harvard erlangte er später seinen Doktortitel. Von 1990 bis 1998 war er Senator.

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