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Kuma - Trailer und Kritik zum Film

Nach ihrer Hochzeitsfeier in der Türkei wird die junge Braut in Wien nicht Frau des angetrauten Hasan, sondern Zweitfrau von dessen Vater. Eingefädelt hat den Deal die krebskranke Frau des Mannes. Sie will ihre Familie versorgt und in guten Händen wissen, wenn sie nicht mehr lebt. Doch gut gemeint ist lange noch nicht gut: Nicht sie, sondern ihr Mann stirbt zuerst.

Ayse, die von ihm ein Kind erwartet, hat einen schweren Stand in der neuen Familie. Ihre Stiefkinder sind teilweise älter als sie und lehnen sie teilweise offen ab. Die Situation eskaliert, als Ayse von ihren Verwandten in einer eindeutigen Situation mit einem Kollegen im türkischen Supermarkt erwischt wird. Da zeigt sich dann, über welch brachiale Kräfte die Mutter auch noch nach der vierten Chemotherapie verfügt. Und, dass das “gutmeinen” der Mutter weniger einer zärtlichen Liebe für andere entspringt, als vielmehr einem Familien-Egoismus, der das junge Mädchen kaltblütig für seine Zwecke benutzt, ohne auf dessen Gefühle und Bedürfnisse zu achten.

“Kuma” und Strukturen der türkischen Diaspora in Wien

Wien selbst kommt in “Kuma” kaum vor, es bietet lediglich die Folie für das Leben türkischer Communities in der westlichen Welt generell. Denn es geht um deren aus der Heimat mitgebrachte, mitunter bizarr anmutende Sitten, die in einer fremden Kultur nicht mehr ineinandergreifen können, sondern mit in der neuen Heimat angenommenen Werten konkurrieren. Um das zu erzählen, spart der in Wien geborene Regisseur Umut Dag nicht mit großen Gefühlen. Die in detailreichen Einstellungen und schönen Bildern, aber mit bedeutungsschwerem Schritt erzählte Geschichte erscheint ein wenig grob geschnitzt, die feinen Nuancen kommen nicht vor.

Ayse ist die Reine und Gute, der Vater gütig, die Mutter von scheinbar unglaublicher Größe und dann grenzenlos in ihrem Zorn. Es wird viel geweint, viel gelitten, lange vielsagend über die Schulter geblickt. Dennoch sind die Schauspielleistungen von Nihal Koldas und Begüm Akkaya bemerkenswert, fallweise ist es aber nicht einfach den Unterhaltungen zu folgen, wenn die Familie, wie in der Realität auch, zwischen Türkisch und Deutsch hin- und her wechselt. “Kuma” lebt von seiner erfrischend anderen Geschichte und bietet einen neuen Blick ins türkische Leben von nebenan. Einiges wird allerdings zu idealisiert dargestellt, mancher Sinneswandel geht ein wenig zu glatt vonstatten – und auch der Schluss macht es sich ein wenig zu einfach im abrundenden Harmoniebedürfnis. Der Film startet laut dem Filmladen-Verleih am 27. April in den österreichischen Kinos.

(APA)
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