Kulturköpfe 2008: Wer was wird und was neu kommt

Seipel-Nachfolge und Museums-Neuordnung, Bachler-Doppeldirektion und neue Diagonale-Intendantin: 2008 ändert sich eine Menge in der heimischen Kulturlandschaft.

Eine überaus prominente Neubesetzung wird das Jahr 2008 im Kulturbereich bestimmen: Nach 18 Jahren wird der bestdotierte Kulturmanager-Job des Landes, die Generaldirektion des Kunsthistorischen Museums, neu besetzt. Der potenzielle Nachfolger von Wilfried Seipel hat noch bis 31. Jänner Zeit, sich auf die entsprechende Ausschreibung zu melden. Seipel verlässt seinen Posten mit Jahresende. Die Entscheidung über den künftigen KHM-Chef wird 2008 wohl für ähnliches Aufsehen sorgen wie 2007 die Neubesetzung der Wiener Staatsoper für die Zeit nach Ioan Holenders Abgang 2010.

Bereits bekannt sind die Protagonisten weiterer prominenter Veränderungen im Kulturbereich: So muss sich das Wiener Burgtheater seinen Chef Klaus Bachler ab Sommer 2008 mit der Bayrischen Staatsoper in München teilen, wo Bachler ab Saisonbeginn 2008/09 seinen Direktorenposten antritt, noch bevor er die Burgtheater-Leitung 2009/10 an Matthias Hartmann abgibt. An der Burg gibt es bereits 2008 einen weiteren prominenten Wechsel: Geschäftsführer Thomas Drozda wird ab 1. Juli 2008 Nachfolger von Franz Häußler als Generaldirektor der Vereinigten Bühnen Wien, Drozdas Nachfolger in der Burg wird derzeit gesucht.

Mit dabei sein wird Drozda wohl bereits, wenn noch vor seinem Amtsantritt im Juni nach jahrelangen Umbauten das Ronacher als Musical-Bühne wiedereröffnet wird. 34,1 Mio. Euro waren als Kosten veranschlagt (ursprünglich noch mit einem mittlerweile eingesparten aufklappbaren Dach), wobei sich die Gesamtsumme dank der Finanzierung mittels Krediten über 15 Jahre im Endeffekt auf 46,8 Mio. Euro erhöht. Erste Produktion in der neu sanierten VBW-Spielstätte ist “The Producers”.

Einen Wechsel gibt es auch bei den Bregenzer Festspielen: Nach fast drei Jahrzehnten geht der kaufmännische Leiter Franz Salzmann in Pension. Fünf Kandidaten für seine Nachfolge werden laut Medienberichten Ende Jänner Hearings absolvieren, Salzmann will seinen Nachfolger bei den kommenden Bregenzer Festspielen selbst einschulen. Das wichtigste Festival für den österreichischen Film, die Diagonale, bekommt nach seiner nächsten Ausgabe (1. bis 6. April) eine neue künstlerische Leiterin: Barbara Pichler übernimmt die Intendanz von Birgit Flos. Bei den Wiener Festwochen kommt 2008 die erste Ausgabe unter der Verantwortung von Stefanie Carp als neue Schauspieldirektorin in der Nachfolge der 2007 aus dem Leben geschiedenen Marie Zimmermann.

Im Museenbereich wird sich auch abseits des KHM-Führungswechsels einiges tun: So soll 2008 die Museumsdebatte Ergebnisse in Richtung einer Neuordnung zeitigen, und im 2008 zu beschließenden Doppelbudget 2009/10 soll die Basissubvention der Bundesmuseen auf neue Beine gestellt werden (die nach Wunsch der Direktoren stabiler sein sollen als die bisherigen). Bis Juni soll mit Hilfe von Experten, dem Unterrichtsministerium und der Bevölkerung ein Thesenkatalog entstehen, wie es mit den Bundesmuseen weitergehen soll, konkrete Maßnahmen sollen ab Herbst getroffen werden.

Und 2008 wird nicht zuletzt Vorbereitungszeit für prominente Ereignisse im Jahr 2009: Linz geht ins letzte Jahr vor dem Jahr als europäische Kulturhauptstadt 2009 und wird 2008 viele Programmpunkte konkretisieren (müssen). Ebenso wie der Verein “Salzburg Biennale”, der für das Frühjahr 2009 die erste Ausgabe des neuen Festivals in Salzburg unter der Leitung von Hans Landesmann vorbereiten muss: Die “Salzburg Biennale” ist der neuen, zeitgenössischen Musik und Kunst gewidmet. Schon 2008 gibt es die erste Ausgabe des steirischen Kulturfestivals “Regionale”, das unter dem Motto “Diwan – Grenzen und Kongruenzen” die Nachfolge der Landesausstellungen antritt.

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