Kulturförderung: Wien präsentierte sich in Zürich als Modellstadt

Kulturförderung bringt Kohle - wenn man sie richtig macht: So in etwa lautet dieser Tage die zentrale Botschaft Wiens an Zürich.

In der Schweizer EM-Partnerstadt versuchte sich die Donaumetropole als attraktiver Kunst- und Finanzstandort zu positionieren. Neben dem Schwerpunkt Kultur verwies die Stadt im Zuge eines zweitägigen Gastaufenthalts auch auf ihre Rolle als Tor zu Zentral- und Osteuropa (CEE).

“Wir investieren viel Geld in Kunst und Kreativität, da dies nicht nur gut für das Image, sondern auch rentabel für die Stadt ist”, ließ Mailath-Pokorny Schweizer Wirtschafts- und Medienvertreter im Zuge eines zweitägigen Delegationsprogrammes in Zürich wissen. Schließlich bringe jeder Euro an Kulturförderung über die Umwegrentabilität das Zweieinhalb- bis Achtfache an Wertschöpfung, wie zahlreiche Studien belegen würden. Wesentlich sei dabei auch die Rolle der Kultur als Tourismusmagnet.

Der Stadtrat verwies darauf, dass Wien in den letzten fünf Jahren die Ausgaben im Bereich Kultur und Wissenschaft um 56 Mio. Euro oder 35 Prozent steigern konnte. Das ergebe mittlerweile 300 Mio. Euro Subventionsbudget, wobei der Bund noch einmal soviel beisteuere. Dieses Plus an Geld habe etwa die Etablierung des Opernhauses Theater an der Wien, die Durchführung des Mozartjahres oder eine Reform der Off-Theaterszene ermöglicht.

Im Hinblick auf die bevorstehende, gemeinsam auszurichtende Fußball-EM freute sich Mailath-Pokorny besonders über den Schweizer Anteil am Wiener Kulturleben. Der gebürtige Zürcher Luc Bondy zeichnet seit Jahren als Intendant der Wiener Festwochen verantwortlich. Matthias Hartmann, derzeit noch Chef am Schauspielhaus Zürich, wird 2009 seine Burgtheater-Direktion antreten. Aber auch spezielle EURO-Projekte gebe es: So präsentieren Schweizer Modedesigner unter dem Titel “11 Meter Mode” bis 20. April ihre Arbeiten im Museumsquartier. Außerdem wird die Strandbar Herrmann am Donaukanals während des Kick-Events zum “Swiss Beach” umfunktioniert.

Besonders hervor hob der Stadtrat auch die “Kunstzone Karlsplatz”, die während der Fußball-EM eine Art Gegenpol zur unweit davon gelegenen Fanmeile darstellen soll. “Nicht nur das runde Leder, sondern auch zeitgenössische Kunst soll in diesen Wochen verstärkt an prominenten Orten der Stadt präsent sein”, erläuterte Mailath-Pokorny das Konzept des über 100 Veranstaltungen umfassenden Programms. Auf eher traditionellere Kost setzte die Stadt hingegen in Zürich selbst: Bei einem eigens organisierten Galaabend bzw. einer Weinverkostung fungierten unter anderem Christian Kolonovits, das Ambassade Orchester, Weinpfarrer Hans Denk sowie Kammersänger Heinz Holecek als nationale Aushängeschilder.

Neben dem “unique selling point” Kultur sind für den Standort Wien laut Mailath-Pokorny zwei Entwicklungen äußerst bedeutsam: der Fall des Eisernen Vorhangs und die EU-Osterweiterung. Nicht nur einheimische Unternehmer seien sehr erfolgreich in den CEE-Ländern, man verzeichne gleichzeitig eine hohe Ansiedlungsrate ausländischer Betriebe: “Viele internationale Firmen haben sich inzwischen entschieden, ihre Osteuropa-Geschäfte von der Drehscheibe Wien aus abzuwickeln”, argumentierte er im Vorfeld eines Wirtschafts-Talks zum Thema Wien, bei dem Vertreter aus den Führungsetagen etwa der Wiener Börse und des Schweizer Bankhauses UBS AG am Podium saßen.

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