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Kroatische Fans haben Wien fest im Griff

Kroatien hat Wien fest im Griff: Tausende Fans sind am Sonntag in der Bundeshauptstadt eingetroffen. Binnen kürzester Zeit belagerte ein rot-weiß-kariertes Meer die Innenstadt.   

Die heimischen Fans hingegen zogen sich in den Zonen “zurück”. Am Nachmittag wird das erste Österreich-Match angepfiffen: Österreich gegen Kroatien.

Auf dem Luftweg kamen am Vormittag an die 250 kroatische Fußballfans mit zwei Chartermaschinen aus Zagreb bzw. Zadar in Wien an. Die Schlachtenbummler zeigten sich nicht unerwartet optimistisch, was den Ausgang des Spiels gegen Österreich angeht. 2:1 für Kroatien lautete der häufigste Tipp. Abgefertigt wurden die Fußballanhänger im eigenes geschaffenen “Fan-Terminal”, einer adaptierten Gerätehalle im Osten des Flughafens Wien.

Auch der Wiener Südbahnhof versank am frühen Sonntagnachmittag in einem Meer von rot-weißen Karos und Schlachtgesängen. Mehr als 1.000 kroatische Fußballfans waren mit zwei Sonderzügen aus Zagreb angereist. Mit jeder Menge Bier und guter Laune stimmten sie bereits am Bahnsteig Schlachtgesänge an. Für das etwa 60 Mann starke Polizeiaufgebot gab es nichts zu tun – die Stimmung war ausgezeichnet, es gab keinerlei Zwischenfälle.

“Es war total angenehm und problemlos”, sagte ein ÖBB-Zugbegleiter, der auf der Fahrt nach Wien dabei war. Die Waggons erstrahlten zwar in goldfarbenen Bierdosen, doch schon bald nach der Ankunft der Züge wurde klar, dass die Fans weder an aggressivem Verhalten oder gar Gewalt interessiert schienen. “3:0!!”, “Wir gewinnen!” und zahlreiche “Hrvatska”-Sprechchöre sorgten zwar für einen ungewohnt hohen Geräuschpegel am Südbahnhof.

Von dort aus machte sich die friedliche Meute auf den Weg in die Innenstadt oder Richtung Ernst-Happel-Stadion. Mit lautem Gegröle und Gepfeife zogen die Massen zum Stephansplatz. Riesenflaggen wurden geschwungen, Ball gespielt und Volkslieder gesungen. “Wir werden ewig feiern”, meinte ein Kroate.

Der Einzug einer kleinen Gruppe von Österreich-Fans machte den Kroaten wenig aus: Nachdem jede Seite ihre Schlachtrufe kundgetan hatte, stellte man sich zum gemeinsamen Bier und Gruppenfoto zusammen. Viele Österreicher wichen allerdings auf die Fanzonen aus.

Auch mit dem Auto kamen viele Kroaten in die Bundeshauptstadt, der Zustrom erfolgte bereits seit den Nachstunden. “Es läuft aber alles sehr geordnet und ruhig ab”, sagte Michael Takacs, Sprecher der Landesverkehrsabteilung Wien. Gegen 2.00 Uhr herrschte am Grenzübergang Spielfeld bereits reger Andrang kroatischer Fußballfans. Binnen zwei Stunden waren 400 Pkw und zehn Busse mit kroatischen Fans beim Wiener Stadion eingetroffen.

Während die Kroaten in Wien feierten gab es auch Verbrüderungen in Klagenfurt. Nach Zwischenfällen in der Nacht auf Sonntag tranken deutsche und polnische Fans auf das Spiel am Abend. Angesprochen auf Ausschreitungen zwischen Polen und Deutschen reagierten Fans fast zornig. “Diese Leute sind ja an Fußball gar nicht interessiert”, meinte ein Deutscher.

Nach dem ersten Tag der EM 2008 mit Spielen in der Schweiz und Eröffnung der Fan- und Public-Viewing-Zonen in Österreich lobten Organisatoren und Einsatzkräfte die Disziplin der Besucher. Zwar hat es kleine Zwischenfälle wie in Klagenfurt gegeben, insgesamt seien die Fans aber sehr friedlich gewesen, berichtete die österreichische Exekutive.

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