Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Kritik von SPÖ und FPÖ an Schulstart-Plänen

Die Opposition kritisiert die Pläne zur Schulöffnung.
Die Opposition kritisiert die Pläne zur Schulöffnung. ©APA
Die Opposition übt Kritik an den jüngsten Corona-Plänen zum Schulstart. Laut SPÖ sollen Lehrer Mund-Nasen-Schutz anordnen dürfen, die FPÖ wünscht sich keine Masken an Schulen.

Die Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) in der Pflichtschullehrergewerkschaft hat den Plan von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) für das neue Schuljahr am Mittwoch per Aussendung als "praxisuntauglich" kritisiert. Probleme erwarten sie etwa beim Einhalten von Abstandsregeln in baulich beengten Räumen oder beim Identifizieren von Corona-Verdachtsfällen.

Für den Vorsitzenden Thomas Bulant sind für einen "sicheren Schulalltag" für Lehrer und Schüler außerdem in Zusammenhang mit der Corona-Ampel Zusatzmaßnahmen unerlässlich. Lehrer sollen abgestimmt auf Unterrichtssituation und Lüftungsphasen Schüler zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichten können. Um externe Kontakte einzuschränken, soll außerdem ein Aussetzen von Kind-Eltern-Lehrer-Gesprächen und Elternsprechtagen möglich sein. Zur Kontaktminimierung mit anderen Schülergruppen sollte es aus Sicht der FSG-Vertreter weder klassenübergreifende Deutschförderklassen noch -Leistungsgruppen in den Mittelschulen geben.

"Rudelbildungen" in Schulen verhindern

Diverse Fragen sollen die Schulen außerdem autonom entscheiden können - etwa das Angebot von unverbindlichen Übungen oder Maßnahmen, um "Rudelbildungen" zu Unterrichtsbeginn und -ende zu verhindern. Schulen sollen auch ohne bürokratische Hürden Unterricht projektartig im Freien abhalten und Turnsaalunterricht auf Sporttage auslagern können.

Bulant fordert außerdem, dass alle 120.000 Lehrer im Zwei-Wochen-Abstand durch ambulante Teams auf Covid-19-Infektionen getestet und alle Familien mit Test-Kits ausgestattet werden. Damit die Schulen rasch die notwendigen Maßnahmen ergreifen können, müssten die Testergebnisse bei Verdachtsfällen außerdem innerhalb von 24 Stunden vorliegen. Angesichts der vielen Zusatzaufgaben sollen außerdem Schulleiter vom Bund eine Dauermehrdienstleistung pro 100 Schüler bekommen. Lehrer, die für den Fernunterricht ihre private Ausrüstung genutzt haben und weiterhin nutzen müssen, sollen diese Zusatzkosten außerdem über die Arbeitnehmerveranlagung von der Steuer absetzen können.

FPÖ will keine "neue Normalität"

Die FPÖ will Klarheit für Schüler und Eltern, dass der Unterricht am 7. September unter den gewohnten Bedingungen starten kann. "Eine neue Normalität braucht es aus unserer Sicht nicht", betonte Bildungssprecher Hermann Brückl bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Schulen seien nicht nur Bildungs-, sondern auch Betreuungseinrichtungen. Schließungen dürfe es daher keine geben.

Viele Vorgaben des Bildungsministeriums sind für Brückl kaum administrierbar und "vor allem nicht notwendig". So sehe man etwa die mögliche Verhängung einer Maskenpflicht nach wie vor kritisch. Viel wichtiger seien die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln sowie das Lüften von Klassenräumen.

FPÖ gegen Angstmache

"Es braucht keine Angstmache und keine Angsteskalation, wie sie der Bundeskanzler im Frühjahr betrieben hat", meinte Brückl. Für problematisch hält er, dass Schüler und Eltern im Grunde erst mit der Präsentation der ersten Corona-Ampelschaltung am Freitag, den 4. September, erfahren, ob am Montag die Schule normal startet. Einen "PR-Gag" ortet er in den angekündigten Massentests an den Schulen. Stattdessen müssten vielmehr bei konkreten Verdachtsfällen Testergebnisse innerhalb von zwölf Stunden vorliegen. "Am Flughafen funktioniert das."

Mangelnde Aktivität im Hochschulbereich warf Wissenschaftssprecher Martin Graf dem Bildungsministerium vor. "Das einzige, was man auf die Reise gebracht hat, ist ein Leitfaden für den gesicherten Hochschulbetrieb. Wenn man den aber zusammenfasst, ist das einzig gesicherte im Hochschulbetrieb, das nichts gesichert ist." Im Endeffekt stehe dort drin, dass sich die Einrichtungen an die Verordnungen und Gesetze, vor allem die Vorgaben im Gesundheitsbereich zu halten hätten: "No Na Ned." Darüber hinaus verweise man auf die Autonomie der Universitäten.

Rückerstattung der Studiengebühren in Einzelfällen

Auch sonst sei das Ministerium untätig gewesen und widme sich vor allem der Frage, wie man Österreicher mit Matura vom Studium fernhalten könne - nämlich mit weitreichenden Zugangsbeschränkungen. Er frage sich etwa, warum mit der angekündigten Umstellung auf virtuelle und Hybrid-Lehrveranstaltungen es überhaupt noch Zugangsbeschränkungen an manchen Unis gebe.

Bei einer Rückerstattung der Studiengebühren für das abgelaufene Corona-Semester plädiert Graf für einen "goldenen Mittelweg". Generell will er die Gebühren nicht zurückzahlen. Im Rahmen einer Einzelfallprüfung soll aber eine aliquote oder vollständige Rücküberweisung möglich sein, wenn Studenten Studienzeit durch die Schließungen verloren haben.

(APA/red)

  • VIENNA.AT
  • Österreich
  • Kritik von SPÖ und FPÖ an Schulstart-Plänen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen