Kritik an Grasser reißt nicht ab

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Wenn es nach ÖGB geht, dann darf auch in Zukunft Flexibilität bei der Arbeitszeit keine Einbahnstraße sein - Tourismusgewerkschafter Kaske: „Es wird immer k(G)rasser!“

Die Kritik am Vorschlag von Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Feiertage abzuschaffen, reißt nicht ab. Die derzeitige Diskussion um Arbeitszeitverlängerung, -flexibilisierung und Feiertagsstreichung gehe völlig an der Realität vorbei. Eine zukunftsorientierte Arbeitszeitdiskussion müsse insbesondere in der Bauwirtschaft vielmehr in Richtung Jahres- und Lebensarbeitszeit gehen, ÖGB-Vizepräsident und Chef der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH), Johann Driemer, am Freitag.

Gerade in Zeiten dramatisch hoher Arbeitslosigkeit eine weitere Arbeitszeitverlängerung und uneingeschränkte Flexibilisierung der Arbeitswelt zu fordern, zeuge nicht von großer Arbeitsmarkt- und volkswirtschaftlicher Kompetenz, so Driemer. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seien heute schon sehr flexibel und tragen dadurch wesentlich zum Erfolg der österreichischen Wirtschaft bei. Flexibilität dürfe aber keine Einbahnstraße zu Lasten der Beschäftigten sein.

Grasser versucht Ablenkungsmanöver

Es wäre nicht das erste Mal, dass der Finanzminister mittels groß angelegtem Ablenkungsmanöver versucht, seine eigenen Probleme wie z.B. Budgetdefizit oder Homepage-Affäre aus den Medien zu verdrängen, so der Vorsitzende der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD), Rudolf Kaske. „Es wird immer k(G)rasser!“ so der Touristikgewerkschafter am Freitag. Der Minister hat wohl übersehen, dass die Fenster- und Feiertage von vielen Österreichern immer öfters für einen Kurzurlaub genützt werden. Die Abschaffung der Donnerstag-Feiertage würde daher der Tourismuswirtschaft mit rund 156.000 Beschäftigten weit mehr schaden als nützen.

ÖGB-Vizepräsident Driemer spricht sich deutlich gegen eine Ausweitung der Kompetenzen im Arbeitszeitgesetz für betriebliche Arbeitszeitregelungen aus. Die Kompetenzen auf Kollektivvertragsebene und die derzeitigen Bestimmungen des Arbeitsverfassungsgesetzes dürfen nicht eingeschränkt werden.

Bauarbeitergewerkschaft für Diskussion offen

Die flexiblen Arbeitszeiten, die jetzt wieder einmal eingefordert werden, und zwar generell, gebe es im Bereich der Bauwirtschaft bereits seit langem. Diese sozialpartnerschaftlich vereinbarten Modelle werden aber oft nicht entsprechend genützt.

Die Bauarbeitergewerkschaft stehe Diskussionen zu einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung in Verbindung mit Einkommenssicherung offen gegenüber. Gerade in der Bauwirtschaft mit ihren Bauauftragsspitzen und Abflachungen bis zur Arbeitslosigkeit sei das notwendig. Eine Diskussion um eine andere Verteilung der Normalarbeitszeit müsse daher gerade im Bereich der Bauwirtschaft in die Richtung einer nachvollziehbaren und überprüfbaren Jahresarbeitszeit und in weiterer Folge einer Lebensarbeitszeit geführt werden.

Redaktion: Christian Wata

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