Krimi-Boom im September in Wien

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Die Verbrechensrate steigt unaufhörlich. Jedenfalls unter den österreichischen Autoren. Weil sich Verbrechen zu lohnen scheint, werden immer mehr heimische Literaten zu Serientätern. In den kommenden Tagen werden u.a. der zwölfte Krimi von Eva Rossmann, der vierte von Thomas Raab und der zweite von Georg Haderer vorgestellt.
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Die Mordlust wird durch publicityträchtige Aktionen noch weiter angeheizt: Bei “Rund um die Burg” (17./18.9.) gehören die späten Abendstunden traditionell der Kriminalliteratur, im Rahmen der “Wiener Kriminacht” am 28.9. wird erstmals der Leo-Perutz-Preis vergeben.

Am Mittwoch (8.) wird “Evelyns Fall”, der zwölfte Mira-Valensky-Krimi der ehemaligen Journalistin Eva Rossmann, präsentiert. Es geht um den Tod einer Sozialhilfeempfängerin in einem verwahrlosten Haus am Stadtrand von Wien, der zunächst eher ein Fall für eine Sozialreportage als für die Kriminalpolizei zu sein scheint. Doch Valensky, Chefreporterin im “Magazin”, entdeckt gemeinsam mit ihrer als Chefin eines Reinigungsunternehmens wie als Hobbydetektivin erfolgreichen Freundin Vesna Krajner Ungereimtheiten. Passend zum Thema findet die Buchpräsentation im Möbellager der Caritas am Mittersteig statt.

“Der Metzger holt den Teufel”

Montag kommender Woche (13.) steht der von Thomas Raab ersonnene tollpatschige Anti-Held Willibald Adrian Metzger im Mittelpunkt einer Präsentation in der Buchhandlung Thalia auf der Mariahilfer Straße. “Der Metzger holt den Teufel” heißt der vierte Krimi, der den Restaurator in die Welt der klassischen Musik führt: Orchestermusikerinnen werden mit durchschnittener Kehle gefunden. Mit Musik hat auch der in Salzburg spielende Krimi “Mordsonate” von O.P. Zier zu tun, der drei Tage später in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur vorgestellt wird: Ein Klavier-Wunderkind, das bei einem internationalen Nachwuchswettbewerb an den Start gehen soll, verschwindet, während auf einer Mozart-Statue dicke Tränen auftauchen. Der nach Salzburg versetzte Chefinspektor Laber muss sich über vieles wundern – auch über den Einfluss der Politik auf Wirtschaft und Verbrechensbekämpfung.

Wie sein Kollege Laber bekommt es auch der unkonventionell ermittelnden Major Johannes Schäfer von der Wiener Kriminalpolizei, den Georg Haderer nach seinem im Vorjahr erschienenen erfolgreichen Debüt “Schäfers Qualen” nun zum zweiten Mal antreten lässt, nicht nur mit Verdächtigen und Opfern, sondern auch mit Einflussnahmen von Polizeipräsidium und Innenministerium zu tun. Zwischen einem toten Junkie und zwei ertrunkenen Frauen besteht auf den ersten Blick kein Zusammenhang, erst durch gewagt scheinende Kombinationen werden sie zu brisanten Fällen. Nach einer Präsentation in St. Johann in Tirol am Donnerstag liest Haderer am 28.9. im Rahmen der Wiener Kriminacht bei Thalia in der Mariahilfer Straße.

Für diese Nacht werden noch wesentlich mehr Kolleginnen und Kollegen, von denen u.a. Susanne Ayoub (“Mandragora”) sowie Gerd Schilddorfer und David Weiss (“Narr”) ebenfalls kürzlich Neuerscheinungen vorgelegt haben, ein hieb- und stichfestes Albi brauchen, wollen sie nicht als Serien(lesungs)täter unter Verdacht geraten. Die Tatorte reichen vom Kunsthistorischen Museum bis zum Türkenschanzpark und vom Kaffeehaus bis zur Kanalisation. Im Vorjahr begrüßte man über 50.000 Zeugen. Und erstmals wird heuer Mord und Totschlag auch ostentativ belohnt: Für den mit 5.000 Euro dotierten Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur stehen Stefan Slupetzky (“Lemmings Zorn”), Paulus Hochgatterer (“Das Matratzenhaus”), Gerhard Loibelsberger (“Die Naschmarkt-Morde”), Edith Kneifl (“Schön tot”) und Nora Miedler (“Warten auf Poirot”) auf der Shortlist.

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