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Krieg der Klötze: "Minecraft Legends" im Game-Test

Kultiger Aufbau-Spielplatz wird zur Action-Echtzeitstrategie – kann das funktionieren?

(PC, XB1/XBX, PS4/PS5 & Switch) Eine Überraschung war „Minecraft Legends“ allemal. Das Spin-off-Spiel nutzt zwar das Setting des kreativen Originals, reduziert das Gameplay aber auf simple Action und echtzeitstrategische Elemente. Das spielt sich ungeahnt spaßig – zumindest für eine Weile.

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Tower Defense im „Minecraft“-Look und Klick-Fights mit Wusel-Faktor– das bekommen Gamer:innen hier. Als berittene/r Held/in erkunden wir zufallsgenerierte Level der klotzigen Fantasy-Welt und verteidigen die Bewohner gegen allerorts einfallende Kampf-Schweinchen, die Piglins. Für Auge und Ohr wird einiges geboten, die Präsentation stellt nicht nur „Minecraft“-Veteranen zufrieden.

Gesteuert wird hoch zu Ross aus 3rd-Person-Perspektive. Von dort dürfen wir mit Schwert direkt zuhauen, wenn die Rüsselnasen aus den berüchtigten Nether-Portalen stürmen. Das Treffer-Feedback fehlt, weshalb sich Kämpfe fühlen gegen feindliche Horden anfühlen, als würde man Seifenblasen zum Platzen bringen. Wichtiger ist aber ohnehin, die Schweinereien von den eigenen Truppen erledigen zu lassen. Willige Mitstreiter holt man sich in mannigfaltiger Form bei Spawn-Punkten ab: beispielsweise Bruchsteingolems für brachiale Nahkampfgewalt, Skelett-Bogenschützen für Fernkampf. Der Clou: Golems, Creeper & Co. waren im „Minecraft“-Original die Bösewichte, hier sind sie heldenhaftes Kanonenfutter für unseren Sieg. Die einst bösen Biester schart man dann zu Dutzenden um sich und befehligt sie mit einem Klick zum Angriff. Trotz simplifizierter Steuerung schickt seine Armeen man immer wieder unbeabsichtigt am Ziel vorbei oder über eine Klippe in den vorzeitigen Heldentod. In den chaotischen Schweine-Schlachten verliert man zudem schnell den Überblick. Den Spielspaß trüben diese Mankos nicht wirklich – das Gewusel macht den Reiz des Spiels aus.

Vom der absoluten „Minecraft“-Freiheit, jedes Klötzchen nach Belieben auf- und abzubauen, ist in „Legends“ nicht viel wenig übriggeblieben. Zwar lassen sich Ressourcen sammeln und Gebäude errichten – allerdings nicht Block für Block, sondern in vorgegebenen Dimensionen. Da gibt’s Verteidigungstürme mit automatischen Schützen, stabile Mauern oder Upgrade-Häuser, die alle Einheiten verbessern. Zum Bauen und Aufrüsten braucht man Ressourcen, die man mehr oder weniger aufwändig sammeln muss. Bessere Ressourcen bringen bessere Gebäude und Kampf-Kreaturen.

Der Story-Modus (wenn man ihn bei der praktisch nicht vorhandenen Story so nennen kann) ist in wenigen Stunden durchgespielt. Eigentlich ist er die Vorbereitung für die intensiven Multiplayer-Matches. Teambasiert kann von 1v1 bis 4v4 gespielt werden, wobei auch Piglins das Schlachtfeld aufmischen. Gerade hier sind die strategischen Möglichkeiten überraschend vielfältig.

Fazit

Mit seinem unerwartet untypischen, aber einfachen und unterhaltsamen Gameplay macht „Minecraft Legends“ jeden glücklich: Als erfahrener Minecrafter sorgt das Szenario in Verbindung mit dem gelungenen Gameplay-Loop (abbauen, bauen, kämpfen) für ein wohliges Zuhause-Gefühl. Neulinge können sich ohne Franchise-Vorkenntnisse oder strategische Erfahrung ins Getümmel stürzen und werden trotzdem gut bedient.

(VOL.AT/Ländle Gamer)

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