Krebserregende Substanz Ethylenoxid in Sesam entdeckt

Drei von 17 getesteten Produkten waren stark mit Ethylenoxid belastet.
Drei von 17 getesteten Produkten waren stark mit Ethylenoxid belastet. ©pixabay.com (Sujet)
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 17 Produkte, darunter ganze Sesamkörner und Tahin (Sesammus), auf den Gehalt von Ethylenoxid untersucht. Drei davon überschritten den gesetzlich zulässigen Höchstgehalt um ein Vielfaches.

In drei von 17 untersuchten Sesam-Produkten haben Konsumentenschützer zu hohe Rückstände des krebserregenden Gases Ethylenoxid festgestellt.

Betroffen waren Sesamkörner bzw. Saatmischungen aus Spezialgeschäften (Lili Markt, Heera) sowie vom Wiener Naschmarkt (Gewürzland.com). Als unproblematisch erwiesen sich hingegen Produkte, die aus gängigen Supermärkten, Drogeriemärkten und großen Ethnosupermarktketten bezogen wurden.

Die detaillierten Testergebnisse sind auf www.konsument.at verfügbar.

Krebserregend: Einsatz von Ethylenoxid in der EU verboten

Zuletzt seien in Österreich wiederholt mit solchen Rückständen belastete Produkte zurückgerufen worden. Deswegen untersuchte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) 17 Erzeugnisse, darunter ganze Sesamkörner und Tahin (Sesammus). In der EU ist die Behandlung von Nahrungsmitteln mit Ethylenoxid verboten, in anderen Ländern wie Indien ist der Einsatz aber noch üblich.

"Wir raten dazu, besonders bei Produkten, die aus Indien stammen oder bei denen keine Herkunftsangaben gemacht werden, vorsichtiger zu sein", sagte VKI-Ernährungswissenschafterin Birgit Beck. Im Test waren sowohl bedenkliche als auch unbedenkliche Proben indischen Ursprungs, allerdings stammte "ein Großteil der vom EU-Schnellwarnsystem in den letzten Monaten herausgefilterten belasteten Sesam-Produkte von dort.

Kein Schadstoff-Nachweis bei Sesam aus biologischem Anbau

"Ethylenoxid ist ein Gas, das Keime wie Salmonellen abtötet", erläuterte Birgit Beck. "Zugleich gilt es aber auch als erbgutverändernd und krebserregend. Deshalb wurde für Ethylenoxid in Österreich und der EU ein zulässiger Höchstgehalt von 0,05 Milligramm pro Kilogramm festgelegt."

Drei Produkte lagen im Test deutlich über diesem Wert. Beim am stärksten belasteten Erzeugnis, einer Sesamsaat, "enthielt bereits die Menge eines Esslöffels 0,55 mg Ethylenoxid". Dagegen wurde der Schadstoff weder in den drei getesteten Tahin-Produkten noch in den Sesamkörnern, die aus biologischem Anbau stammten (sechs Produkte), nachgewiesen.

(APA/Red)

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