Krankenstände kosten Österreich gut 3 Prozent vom BIP

Die Gesundheit der Bevölkerung stellt einen der wichtigsten Faktoren für das Wirtschaftswachstum und die Wirtschaftskraft einer Volkswirtschaft dar. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der AUVA.

Ein zentrales Ergebnis: Krankenstände kosteten 2004 die heimische Volkswirtschaft 6,5 Mrd. Euro oder 3,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Die Erhöhung der Lebenserwartung um ein Jahr führt über einen positiven Effekt auf die Arbeitsproduktivität zu einer Steigerung der Wertschöpfung um rund 4 Prozent, schätzen Experten. Zudem wirkt sich die Gesundheitsvorsorge dahingehend aus, dass sich durch die Senkung der Gesundheitsausgaben auch der Druck in Richtung höherer Lohnnebenkosten (Krankenversicherungsbeiträge) verringert. Die Verlängerung der Lebenserwartung und eine bessere Gesundheit wirken sich auch positiv auf die Bildung von Humankapital aus, so die Studie.

Seit den 1980er Jahren ist die Zahl der Krankenstände in Österreich rückläufig. Nach dem im Jahr 1980 die Spitze erreicht war, verringerte sich ihre Häufigkeit und sie erreichten in den vergangenen Jahren ihre bisher niedrigsten Werte. Die Krankenstandsquote, die ein Maß für den Verlust an Arbeitstagen im Jahresverlauf darstellt, betrug im Jahr 2004 3,3 Prozent. 1980 waren es knapp 5 Prozent.

Im Jahr 2004 verzeichneten die heimischen Arbeitnehmer im Schnitt 12,2 krankheits- oder unfallbedingte Ausfalltage. Die Anzahl der Krankenstände nahm zu, allerdings ging die durchschnittliche Dauer der Krankheitsperioden zurück. Die Kurzkrankenstände unter vier Tagen stiegen in den letzten Jahren kontinuierlich an, so die Studie. Im Jahr 1990 gab es 186 Kurzkrankenstandsfälle je 1.000 versicherter Personen. 14 Jahre später waren es bereits 262 Fälle.

In der Studie wurde auch festgestellt, dass die Krankenstandsquote mit zunehmendem Alter – unabhängig vom Geschlecht – stark ansteigt. Aber auch junge Arbeitskräfte, insbesondere Männer, weisen eine höhere Krankenstandswahrscheinlichkeit auf, als Arbeitnehmer im Haupterwerbsalter. Während junge Arbeitskräfte typischerweise eine hohe Anzahl an kurzen Krankenständen aufweisen, steigt mit zunehmendem Alter die Dauer der Ausfälle. Geschlechtsbezogen kann gesagt werden, dass Männer eine höhere Krankenstandsquote als Frauen aufweisen.

Wie berichtet kosten die Krankenstände die heimischen Betriebe jährlich mehrere Milliarden Euro. 2004 beliefen sich die Kosten für 35 Mio. Krankenstandstage auf 6,5 Mrd. Euro. Dies entspricht 3,1 Prozent des BIP. Direkt zuordenbare Kosten werden mit etwa 2,5 Mrd. Euro beziffert, während sich die indirekten Kosten der Krankenstände (Entgang der Wertschöpfung) laut Studie auf 3 bis 4 Mrd. Euro belaufen.

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