Kottan-Film: Nostalgie und Espresso am Set in Wien

Am "Kottan"-Set: Johannes Krisch, Robert Stadlober, Regisseur Peter Patzak und Lukas Resetarits
Am "Kottan"-Set: Johannes Krisch, Robert Stadlober, Regisseur Peter Patzak und Lukas Resetarits ©APA
Die Neugier auf den "Kottan"-Kinofilm "Rien ne va plus" ist groß, das bezeugte auch das Medieninteresse in der ehemaligen Länderbank-Zentrale in Wien. Die Dreharbeiten sind derzeit etwa zur Hälfte absolviert, im Dezember soll Kottan dann im Kino ermitteln.

“Es wird in dem Film das drin sein, was drauf steht – aber nach 26 Jahren”, beruhigte Regisseur Peter Patzak bei einem Pressetermin in Wien. “Mein Blick auf die Welt hat sich nicht verändert, ebenso wenig jener der Figuren – sie sind nur äußerlich anders geworden oder neu besetzt und jünger.”

Genaue Handlung bleibt geheim
“Es wird ein ruppiger Film, kein Hochglanzprodukt”, stellte Patzak schnell klar, “und die Kriminalhandlung ist mir sehr wichtig, da wird es wenig Absurditäten geben, dafür viele Realbezüge. Es ist versteckt ein Bild unserer Wirklichkeit drin, teilweise überhöht, teilweise weniger.” Wie die Handlung genau aussehen wird, darüber darf Patzak nicht reden – “da habe ich mich vertraglich dazu verpflichtet”. Fest steht, dass Major Adolf Kottan suspendiert ist, als drei Morde innerhalb von 24 Stunden passieren und er von Polizeipräsident Heribert Pilch um Hilfe angefleht wird. In die Rolle des Kottan schlüpft einmal mehr Lukas Resetarits, als Pilch ist Udo Samel zu sehen.

Kaffee für den Präsidenten
Samel dankte dann vor den Kameras auch der Stadt Wien, deren Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) symbolisch eine italienische Espressokanne überreichte – damit der Polizeipräsident nie wieder, wie in der Serie üblich, mit dem Kaffeeautomaten zu kämpfen habe. Für Resetarits ist Kottan “in der Art der Gleiche geblieben. Er ist immer noch zornig. Er ist nicht weiser geworden, vielleicht ein bisschen gelassener.” Den Film sieht er als “eine Fortsetzung von damals, im positiven Sinn”, aber eigentlich “war der Kottan nie weg”. Entsprechend groß ist die Freude an der Arbeit, einen etwaigen Erwartungsdruck hat er “präventiv abgeschüttelt”.

“Nostalgisch schöne” Dreharbeiten
Von der “alten Garde” ließ sich auch Bibiana Zeller mit Wonne wieder auf das Projekt ein. “Nostalgisch schön” seien die Dreharbeiten, meinte die Kottan-Gattin, “auch wenn von der alten Crew nicht mehr allzu viele übrig sind, da sind viele gestorben. Aber die Nachbesetzungen sind fulminant.” Neben Samel, der in die Rolle von Kurt Weinzierl geschlüpft ist, sind damit wohl vor allem Robert Stadlober, der Curth Anatol Tichy als Alfred Schrammel ersetzt, und Johannes Krisch, der statt Walter Davy nun den Paul Schremser gibt, gemeint. Krisch kennt “alle Folgen, ich bin damit aufgewachsen”, für ihn war “Patzak seiner Zeit weit voraus”. Stadlober ist die Serie dagegen dank Wiederholungen “sehr gut” bekannt.

Musik spielt eine große Rolle
Die Motivation beim Kottan-Film mitzumachen? “Man kann quasi in einer seiner Lieblingsserien im Fernsehen selber mitspielen. Ungefähr so wie der Film mit Thomas Gottschalk und Mike Krüger, ‘Die Einsteiger’. Man kann damit quasi ins Fernsehen hineinsteigen. Und den Schrammel spielen, da braucht man glaube ich keinen dreimal fragen”, so Stadlober. Gemeinsam mit Resetarits und Krisch singt er im neuen Film auch, das Lied “The Joker” wurde extra neu aufgenommen. Und so viel ist sicher: Auch in “Kottan ermittelt – Rien ne va plus” spielt – wie schon in der Serie – die Musik eine große Rolle.

Patzak hofft auf Erfolg
Ob der “Kottan”-Film im Kino so erfolgreich sein wird wie zuletzt der “Mundl”-Film, der mit “Ein echter Wiener geht nicht unter” ebenfalls auf einer TV-Serie der 1970er Jahre aufsetzte? “Ich hoffe es”, meinte Patzak gelassen. Er kenne jedenfalls niemanden, der den “Kottan” nicht kennt. Und für ihn funktioniert der Film über drei Ebenen: “Über den Text, das Spiel und die Ausstattung – also eigentlich muss man sich den Film sowieso dreimal anschauen.”

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Kottan-Film: Nostalgie und Espresso am Set in Wien
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen